Homejoy-Gründerin Adora Cheung

Eigentlich ist Homejoy ja das erfolgreiche Vorbild von Helpling. Eigentlich. Denn bei dem 2010 gegründeten Putzkraft-Startup aus San Francisco soll es derzeit nicht mehr rund laufen. Zahlen sind zwar keine bekannt, aber Homejoy scheint unter den aufstrebenden Wettbewerbern im In- und Ausland zu leiden: Anfang Mai hatte CFO Mark Vranesh das Unternehmen verlassen. Einige Monate zuvor, im Dezember 2014, musste das von den Geschwistern Adora und Aaron Cheung gegründete Startup die Geschäfte in Frankreich und Kanada einstampfen. Auch aus Deutschland könnte sich Homejoy bald wieder zurückziehen müssen, wurde bereits vor Wochen gemunkelt. Deutschland-Chef Michael Riegel dementiert derartige Pläne allerdings gegenüber Gründerszene. „Wir haben das Deutschland-Team eben erst erweitert und sind stark am wachsen“, erklärte Riegel.

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In den vergangenen Tagen wurde nun von verschiedenen US-Medien berichtet, dass Homejoy auf der Suche nach einem Käufer sei. So schrieb TechCrunch, dass der New Yorker Wettbewerber Handy Homejoy schlucken wolle. Die Übernahme sei fast abgeschlossen. Doch nun wird über einen anderen möglichen Käufer gesprochen: Das ambitionierte Rocket-Startup Helpling, das mit einer Gesamtfinanzierung von über 56 Millionen Euro derzeit den Markt aufrollt und kürzlich die deutschen Konkurrenten Cleanagents und Familienhelfer übernommen hatte.

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Wie VentureBeat schreibt, sei Helpling an einer Übernahme interessiert gewesen, habe das Angebot aber schließlich zurückgezogen. Das US-Portal zitiert einen Insider, der behauptet, dass die Gespräche bereits in einem „fortgeschrittenen Stadium“ gewesen seien. Weil die Homejoy-Zahlen aber Helpling nicht überzeugt hätten und die Schließung des kanadischen Standorts berücksichtigt worden sei, sei der Deal nicht mehr attraktiv gewesen, so der Insider. Auch Mitbieter Handy sei nun auf Distanz gegangen.

Wollte Helpling also tatsächlich Homejoy übernehmen? Gründerszene hat bei beiden Unternehmen nachgefragt. Homejoy-Deutschland-Chef Michael Riegel dementiert den VentureBeat-Bericht. Es habe „noch nie ein Wettbewerber Zugriff auf die Zahlen und Bücher“ von Homejoy gehabt. Auch bezüglich der wirtschaftlichen Lage könne sich Homejoy derzeit nicht beklagen.

Und was sagt Helpling dazu? Haben die Berliner die Zahlen von Homejoy einsehen können? Gab es überhaupt Gespräche mit dem US-Vorbild? Kein Kommentar zu diesen Fragen von Helpling. In bekannter Rocket-Manier hält sich das Startup lieber bedeckt.

Bild: Hubert Burda Media/Jan Haas