Ein Beitrag von Britta Kiwit, Mitgründerin von Dein-Lebenslauf.com.

Traurig, aber wahr: Auch im Jahr 2015 halten manche Personaler eine nicht erklärte Lücke im Lebenslauf für einen unentschuldbaren Fauxpas, der das direkte Aus im Bewerbungsprozess bedeutet. Aber wann ist eine Lücke eigentlich eine Lücke? Und wie gehe ich mit Lücken im Lebenslauf um?

Wann ist eine Lücke eine Lücke?

Zu einer Lücke im Lebenslauf zählt jeder nicht erklärte Zeitraum, der länger als drei Monate ist. Und direkt vorneweg: Nur, weil der Werdegang im Lebenslauf nicht zu 100 Prozent geradlinig verlaufen ist, bedeutet das nicht den direkten beruflichen Untergang. Viele Personaler stellen sich erfreulicherweise darauf ein, dass die Generation Y und auch andere berufliche Querdenker die grenzenlosen Möglichkeiten nutzen, um sich beruflich sowie privat zu finden oder neu aufzustellen.

Dabei sind langfristige Auslandsaufenthalte, Monate des Nichtstuns oder ein abgebrochenes Studium halb so wild, so lange man eins beachtet: Erklären, nicht verschweigen!

Lücken clever kaschieren – ein paar Beispiele

Schaut man im Duden nach der Bedeutung von „Kaschieren“, so heißt es: „So darstellen, dass eine positivere Wirkung erzielt wird.“ Und genau darum soll es bei der Umschreibung der Lücken im Lebenslauf gehen.

Auslandsaufenthalt

Bei einem längeren Auslandsaufenthalt zum Beispiel handelt es sich streng genommen nicht um eine zu kaschierende Lücke und so empfiehlt es sich, einfach bei der Wahrheit zu bleiben.

  • Sabbatical – für freiwillig genommene Auszeit zwischen zwei Berufsstationen
  • Weltreise oder spezifischer Südostasien-Reise – für Reise nach dem Abitur oder dem Studienabschluss
  • Sprachreise  – falls Sprachkurse absolviert wurden (Informationen zu Sprachreisen gibt’s übrigens bei Sprachreisenvergleich.de)
  • Work & Travel – bei gelegentlichem Arbeiten (auf work-and-travel-weltweit.de findet Ihr Inspiration zu diesem Thema)

Arbeitslosigkeit

Bei einer längeren Arbeitslosigkeit ist es besonders wichtig, dem Personaler zu erklären, was genau in dieser Zeit passiert ist. Dabei kommt es ganz besonders auf eine gute Umschreibung an.

  • Aktiv arbeitssuchend, Kündigung durch Firmeninsolvenz/Umstrukturierung  – falls die Kündigung nicht selbstverschuldet kam
  • Auf der Suche nach einer beruflichen Herausforderung durch freiwillige Kündigung – falls man sich freiwillig entschieden hat zu gehen
  • Berufliche Neuorientierung – für Studienabbrecher oder Bewerber, die die Branche wechseln möchten

Elternzeit

Auch hier gibt es keinen Grund, sich zu verstecken. Abraten würden wir von veralteten vermeintlich lustigen Floskeln wie „Erfolgreiches Führen eines Familienunternehmens“

  • Elternzeit
  • Auszeit für die Erziehung meines Sohnes
  • Elternzeit, parallel: selbstständige Nebentätigkeit als […]
  • Elternzeit, Weiterbildung im Eigenstudium zum Thema […]

Krankheit

Um welche Art von Krankheit es sich hierbei handelt, muss und sollte hier nicht angegeben werden. Das zählt klar zum Thema Privatsphäre und verschließt vielleicht ungewollt Türen.

  • Aktiv arbeitssuchend nach vollständiger Genesung
  • Berufliche Auszeit aus gesundheitlichen Gründen
  • Auszeit durch Pflegefall in der Familie

Sonstige Lückenfüller

Bei allen oben genannten Fällen ist es ratsam, über weitere Angaben nachzudenken, um die Lücken im Lebenslauf zu erklären und den roten Faden in den Unterlagen zu stärken. Zum Beispiel:

  • Praktika, Neben- und Aushilfsjobs (auch bei unregelmäßigem oder unentgeltlichem Einsatz, z.B. dem Verteilen von Flyern)
  • Sonstiges Engagement (Ehrenamtliches Mitglied in Vereinen, Vorstand in der Kita, Mathe-Nachhilfe etc.)
  • Selbststudium (Erlernen einer Sprache, Aufsetzen eines eigenen Blogs)
  • Ausbau von IT-Kenntnissen (wie bspw. Vertiefung der MS-Office-Kenntnisse)

Aber Achtung: Personaler lassen sich nicht reinlegen!

Abraten würden wir von Tricks, die die Personaler eher darauf aufmerksam machen, dass eine Ungereimtheit im Lebenslauf vorhanden ist. Wenn zum Beispiel Zeitabschnitte nur mit Jahresangaben abgegrenzt werden und die Monate nicht ersichtlich sind, schreit das schon nach Lücken, die der Bewerber versucht hat zu verstecken.

Dein-Lebenslauf.com-Mitgründerin Britta Kiwit verrät an dieser Stelle regelmäßig ihre besten Bewerbungstipps – zuletzt die Top Ten der Bewerbungskiller.

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