Thomas Straßburg (links) und Stefan Arndt sind alte Freunde und reiten auf der Gesundheitswelle

Thomas Straßburg und Stefan Arndt, die Gründer von Lebepur, kennen sich schon seit der ersten Klasse. Sie gingen zusammen zur Grundschule und zur Oberschule, nach dem Abitur gemeinsam zur Bundeswehr und studierten anschließend beide BWL an der Freien Universität in Berlin. Sie waren gute Freunde, die am liebsten bei McDonald’s einen Big Mac vertilgten.

Doch 2008, wenige Jahre nach ihrem Studienabschluss, musste Thomas Straßburg ins Krankenhaus. Seine Ärzte hatten Krebs diagnostiziert, was sich bei weiteren Untersuchungen glücklicherweise als Fehldiagnose herausstellte. Dennoch musste Straßburg einige Tage im Krebszentrum bleiben, um sich zu erholen. „Als ich da raus war, wollte ich alles tun, damit ich nicht noch einmal dort hinmuss“, sagt er. Er stellte seine Ernährung um, kochte viel Gemüse und stellte fest, dass das ganz schön aufwendig ist.

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Zusammen mit seinem Schulfreund Stefan Arndt wollte er ein Produkt entwickeln, dass ihnen die gesunde Ernährung erleichtern würde. Ihre erste Idee: Ein gesunder Smoothie in Flaschen. Das gab es 2008 noch sehr selten. Schnell wur- de klar, dass die Produktion zu kompliziert werden würde. Die Gründer suchten nach der nächsten Idee. Gemeinsam mit der Universität Potsdam entwickelten sie schließlich ein Smoothie-Pulver aus getrocknetem Gemüse und Obst, das lange haltbar ist und in Massen hergestellt werden kann. Straßburg und Arndt verwendeten Spinat, Grünkohl, Rote Bete, Gojibeeren, Weizengras, Chia-Samen und sogar Brennnessel. Alles aus biologischem Anbau. In kleinen Tütchen verpackten sie jeweils 100 bis 175 Gramm des Pulvers. Das feine Pulver konnten die Kunden zusammen mit einer süßen Frucht, beispielsweise einer Banane oder Mango, und Flüssigkeit, wahlweise Wasser, Milch oder Fruchtsaft, in einen Mixer geben und kurz pürieren. Der Grundstein für die Erfolgsgeschichte von Lebepur war gelegt.

Platz Nummer 18: Lebepur GmbH

  • Wachstumsrate: 327 Prozent
  • Gründungsjahr: 2010
  • Firmensitz: Berlin
  • Branche: Health & Fitness
  • Webseite: www.lebepur.com

Nach der Gründung 2010 mussten Straßburg und Arndt ihr Produkt jedoch erst am Markt etablieren, der große Smoothie-Trend hatte Deutsch- land noch nicht erreicht, und die Gründer konnten ihr Pro- dukt zunächst nur über das Reformhaus vertreiben. „Der Durchbruch kam dann mit einem ,Galileo‘-Beitrag im November 2013“, erinnert sich Straßburg. „Das Weihnachtsfest in dem Jahr war das stressigste meines Lebens.“ 7.000 offene Bestellungen mussten die Gründer vor den Festtagen bearbeiten. Noch am Heiligabend pack- ten sie zu Hause die letzten Pakete für den DHL-Boten.

Heute klingt die Zahl 7.000 für die Gründer fast lächerlich. Bei großen Händlern wie Bio Company, Denn’s oder Basic ist das Pulver erhältlich. Auch Onlineshops für gesunde Lebensmittel, darunter Nu3 oder Vitafy, verkaufen die Produkte von Lebepur. 750.000 Beutel haben die Gründer 2014 verkauft, 2015 werden es mit 1,5 Millionen Beuteln doppelt so viele sein. Bei einem Stückpreis von durchschnittlich 6,90 Euro setzt Lebepur so mehrere Millionen pro Jahr um. Mit zwei festen Mitarbeitern neben den Gründern. Und ohne externes Kapital.


Übersicht: Die Top Ten des Gründerszene-Rankings
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1. Platz: Das Berliner Startup KW-Commerce verkauft Elektronikzubehör. Die Studienfreunde Jens Wasel (links) und Max Kronberg haben das Unternehmen 2012 gegründet. Wachstumsrate: 2.307 Prozent.

Bild: Lebepur