Vanessa Leinentausch Nini

Vanessa Lewerenz-Bourmer mit Hund Nini

Zugegeben, wenn die Leinentausch-Gründerin Vanessa Lewerenz-Bourmer davon spricht, derzeit „alle Pfoten voll zu tun“ zu haben, dann wirkt das erstmal etwas gekünstelt. Aber Lewerenz-Bourmer ist tatsächlich eine echte Hundenärrin. Schon vor der Gründung ihres Startups ließ sie sich zur Hundererzieherin ausbilden. Und natürlich hat sie einen Hund: Nini.

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Vor Leinentausch arbeitete Vanessa Lewerenz-Bourmer einige Jahre für Siemens und wollte ursprünglich ein Unternehmen in China gründen. Doch für ihren Mann blieb sie in Deutschland, arbeitete erst für den eDarling-Eigner Affinitas und gründete im August 2013 das jetzige Unternehmen nach dem Vorbild des US-Startups Dogvacay.

Die Nutzung der Plattform ist kostenlos. Aus allen erfolgreichen Buchungen behält das Unternehmen eine Vermittlungsgebühr in Höhe von 15 Prozent ein. Anfang dieses Jahres investierte der Verlag Forum Media Group einen sechsstelligen Betrag in das Hunde-Startup, das zuvor bereits die Accelerator-Programme von ImmobilienScout24 und Axel Springer durchlief.

Die Gründerin im Kurzinterview mit Gründerszene:

Wie kamst Du auf die Idee zu Leinentausch?

Ich hatte gerade meine Hundetrainer-Ausbildung begonnen und war in einem Hundehotel zum Praktikum. Die Tiere dort wurden zwar gut versorgt, aber der Ort erinnerte eher an ein Altenheim. Alles war sehr getaktet. Es war nicht gemütlich. Und die Tiere saßen viel Zeit in ihren Zimmern ab. Da las ich über ein Startup in den USA, das etwas Ähnliches macht. Zuerst habe ich mir an die Stirn gefasst und mich gefragt, warum ich nicht selbst auf die Idee gekommen bin. Dann habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und das Modell in einer für den deutschen Markt angepassten Version aufgebaut. In einigen Punkten hatte unser Vorbild bereits gute Ideen entwickelt. Manche Ideen haben sie mittlerweile von uns übernommen.

Wie wird Leinentausch angenommen? Kannst Du Zahlen nennen?

Wir sind in diesem Jahr extrem gewachsen und inzwischen in ganz Deutschland und Österreich mit unseren Gastfamilien vertreten. Bei Leinentausch wurden mittlerweile über 5.000 Hunde registriert. Und wir sind stolz darauf, sagen zu können, dass über 60 Prozent unserer Kunden Wiederholungsbucher sind. Über die Hälfte davon hat mindestens dreimal einen Sitter über Leinentausch gebucht.

Vor wenigen Monaten wurde Leinentausch finanziert. Kam es zu Kooperationen mit dem investierten Verlag Forum Media Group? Wofür habt ihr das eingesammelte Kapital aufgewendet?

Leinentausch ist ein Herzensprojekt. Wir sind glücklicherweise finanziell immer noch sehr schlank aufgestellt und spüren nicht den Druck, um Investorengelder zu werben. Die erhaltene Finanzspritze haben wir im Wesentlichen in Marketingmaßnahmen gesteckt, um unseren Bekanntheitsgrad zu steigern. Klar, es ergeben sich mit unserem Investor, der durch seine Tierzeitschriften unsere Zielgruppe sehr gut kennt, auch viele Kooperationsmöglichkeiten.

Ihr wollt in Zukunft mehr Services bieten, um Kunden besser an die Plattform zu binden. Wie ist hier der Stand?

Wir sind ein großes Stück vorangekommen. Wir konnten mittlerweile die AGILA Haustierversicherung als starken Partner gewinnen. So sind alle unsere Betreuungen über eine Haftpflichtversicherung und einen Unfallschutz abgedeckt. Unsere Hundesitter können so unbeschwert und risikolos glückliche Momente mit Hunden erleben. Hundehalter wiederum wissen, dass ihrem Vierbeiner im Ernstfall eine gute Versorgung zukommen würde.

Ist eine Sitter-Plattform für Hunde erst der Anfang? Wie steht es um andere Haustiere wie Katzen, Vögel, Hamster und Co.?

Wir haben vorerst nicht vor, die Plattform für andere Haustiere auszubauen. Als Startup gibt es immer hunderttausende Ideen, die man umsetzen kann. Wir fokussieren uns erst einmal auf den Hund. Da haben wir schon alle Pfoten voll zu tun.

Danke für das Gespräch.

Bild: Leinentausch