Gründerin Doreen Huber weiß, was schmeckt: Die 34-Jährige arbeitete fast drei Jahre als COO für Delivery Hero

Schon seit einigen Monaten wird in Berlin über den Start der Catering-Plattform Lemoncat spekuliert. Noch ist das Startup nicht aktiv. Gründerin und COO Doreen Huber kann aber schon vor dem Start die erste Finanzierungsrunde mit bekannten Investoren für ihr Unternehmen verkünden. Die Geldgeber: Rocket Internet über seine vor wenigen Wochen gegründete Convenience Food Group, der Berliner VC Point Nine Capital, der russische Investor Target Global sowie Delivery-Hero-Mitgründer Lukasz Gadowski.

Die Investoren stecken im Zuge der Seed-Finanzierung eine Millionensumme in Lemoncat. Der genaue Betrag ist nicht bekannt. Lemoncat plant den Start seines Online-Marktplatzes, über den Firmen ihr Catering online buchen und bezahlen können, für die „kommenden Wochen“. Auf der Seite ist bereits zu erkennen, dass die Kunden ihre Postleitzahl sowie die Anzahl der Gäste angeben müssen, um ein Angebot erstellt zu bekommen. Beim Start soll Lemoncat in fünf deutschen Städten funktionieren.

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Mit dem Food-Markt in Deutschland kennt sich Gründerin Doreen Huber aus. Die heute 34-Jährige war mehr als zwei Jahre als COO für den Aufbau des Lieferdienstvermittlers Delivery Hero zuständig, bevor sie für eineinhalb Jahre als Partnerin für den VC Springstar von Kalifornien aus arbeitete.

Für Lemoncat ist Huber nun wieder nach Berlin gezogen. Ihre Vision für das Startup: einen globalen Player für Catering aufzubauen. „In Deutschland ist Lieferheld heute das Synonym für die Online-Essensbestellung. Das gleiche Ziel wollen wir mit Lemoncat für den Catering Markt erreichen“, sagt Huber. Zehn bis 15 Prozent pro Bestellung behält Lemoncat ein.

Mit ihrer Idee ist Doreen Huber nicht allein. Rocket Internet, das nun bei Huber investiert hat, hatte im Herbst selbst einen Catering-Dienst namens Caterwings gestartet, der bisher in London und Berlin operiert und gerade die Expansion nach Hamburg und München vorbereitet. Auch das Startup HeyCater, gestartet von den Gründerinnen Sophie Radtke und Therese Köhler in Berlin, verfolgt ehrgeizige Ziele und konnte gerade Geld von Christophe Maire über seinen Atlantic Food Labs einsammeln. Ein weiterer Wettbewerber ist beispielsweise Catero.

Anders als Caterwings und HeyCater möchte sich Lemoncat allerdings ausschließlich auf Geschäftskunden konzentrieren, wobei dieser Bereich bei allen Playern der lukrativste sein dürfte. Im Gegensatz zu Privatpersonen würden Firmen regelmäßigere und größere Bestellungen tätigen.

Dass gutes Catering auch zum Erfolg eines Unternehmens beitragen kann, hat Huber im Silicon Valley gesehen. Bei einem gemeinsamen Lunch oder Abendessen kämen gute Gespräche zustande, die Mitarbeiten lernten sich besser kennen, so Huber. „Firmen, die Wert auf eine gute Unternehmenskultur legen, wollen bei ihren Mitarbeitern und Kunden durch gutes Catering einen tollen Eindruck hinterlassen. Dabei wollen wir sie unterstützen.“ Ihr Fokus seien vor allem große Firmen, Startups fehle häufig das nötige Budget.

Bild: Lemoncat