Fuehrungsteam Lesara

Das Lesara-Führungsteam: Robin Müller, Roman Kirsch und Matthias Wilrich (von links)

Es geht immer noch schneller, praktischer und vor allem günstiger. Das gilt auch für Seriengründer Roman Kirsch und sein Startup Lesara. Der Online-Discounter hat aus diesen Gründen gerade ein zweites Büro eröffnet – in China. „Der nächste logische Schritt in der Unternehmensentwicklung“, sagt Kirsch. Doch für ein Startup wie Lesara, das derzeit 70 Mitarbeiter beschäftigt und bislang mit sieben Millionen Euro finanziert wurde, ist das ein großes Ding. Was sucht Lesara in Fernost?

Das Unternehmen arbeitet ähnlich wie ein Offline-Discounter und bietet in seinem Shop Kleidung, Schmuck oder Wohnaccessoires zu extrem verbilligten Preisen in einem begrenzten Zeitraum. Laut Lesara umfasst das Sortiment derzeit 20.000 Produkte. Das im November 2013 gegründete Startup arbeitet mit Streichpreisen, um Kunden zum Kauf zu verlocken; es gibt sogar eine Bestpreisgarantie.

Bisher funktioniert das ziemlich gut. Im vergangenen Jahr erzielte Lesara einen nach eigenen Angabebn zweistelligen Millionenumsatz. Im Gespräch mit Gründerszene ergänzt Kirsch, dass Lesara-Kunden im Schnitt mindestens drei Produkte kauften, wodurch der Warenkorb durchschnittlich bei über 50 Euro liege. 85 Prozent der Kunden seien Frauen zwischen 30 und 65 Jahren. Deswegen seien Accessoires und Kleidung besonders beliebt.

Anzeige
Doch damit das Konzept von Lesara funktioniert, muss das Startup möglichst schnell aktuelle Ware zu sehr guten Preisen bekommen. Aktuell dauert es rund drei Wochen, bis die vom Einkäufer ausgewählte Ware auf der Seite landet. Die meisten Händler, die mit Lesara zusammenarbeiten, sitzen in China. Dort sei die Qualität im Verhältnis zum Preis höher als beispielsweise in Bangladesch oder Vietnam, erzählt Kirsch. Bisher schickten die Hersteller ihre Ware zum Lesara-Lager nach Deutschland, wo die Qualität kontrolliert wurde und – wenn alles in Ordnung war – die Fotos für die Seite geschossen wurden. Stimmte etwas nicht, weil die Produkte nicht den Beschreibungen entsprachen oder die Qualität mangelhaft war, musste Lesara die Ware wieder zurückschicken. Ein komplizierter Prozess, der hohe Logistikkosten verursachte, wie Kirsch schildert.

Mit dem zweiten Büro in Guangzhou nahe Hongkong soll sich das nun ändern: Dort soll ein zehnköpfiges Team enge Kontakte zu den Fabrikanten aufbauen, die Qualität vor Ort prüfen und gleich auch die Produktfotos schießen. Mit diesem „Cross-Border-Commerce“-Modell will Lesara nicht nur Logistikkosten sparen, sondern auch die Lieferzeiten verkürzen. Entscheidend sei dabei die gute Infrastruktur in China, schildert Kirsch.

Bis Ende des Jahres soll das chinesische Team auf mindestens 40 Mitarbeiter wachsen. Weitere Büros sind noch nicht geplant. Ausschließen möchte Kirsch aber nichts.

Bild: Lesara