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Bild: Marvin Siefke / pixelio.de

Xing-Gründer Lars Hinrichs beendet HackFwd

Lars Hinrichs

Lars Hinrichs will keine Startups mehr in seinen Inkubator aufnehmen: Der Investor über die HackFwd-Erfolge und Fehler – und den neuen Funding-Markt.

Joachim Schönke kommentiert auf Facebook: „Ein grundlegender Aspekt wird von Lars Hinrichs geschickt umgangen. Das Modell war ja so angelegt, dass nur Bewerbungen aus dem ‚Netzwerk‘ akzeptiert wurden. Wohl, weil damit die Qualität erhöht werden sollte. Wenn aber bei 3000 Bewerbungen nur 16 Investments eingegangen wurden, eine Quote wie bei anderen VCs auch, dann hat sich das Modell des ‚Nur-Netzwerk-Deals‘ wohl im Hinblick auf die ‚Qualität der Start-up-Bewerbungen‘ als nicht tauglich erwiesen.“

Philipp T. Meyer meint ebenfalls auf Facebook: „Eine sehr wichtige Erkenntnis wird auch sein, dass ein Startup doch nicht ohne einen BWLer im Team aufgebaut werden kann. Marketing, Finance, Vertrieb etc. komplett an HackFwd auszulagern funktionierte scheinbar nicht. Es braucht einfach Kaufleute im Team selbst, die genauso brennen wie die Coder. Das Produkt ist zwar die notwendige, jedoch nicht die hinreichende Bedingung für den Erfolg.“

Und speedracr regt an: „Nikolaus, ich meine, du hattest neulich um Anregungen und Rückmeldungen zur Zukunft von Gründerszene gebeten. Hier ist doch ein gutes Beispiel: Warum steht „Newsartikel“ drüber, wenn dann doch nur 90% des offiziellen Blogposts nacherzählt und übersetzt werden? Ja, deutsche-startups hat’s genauso gemacht und t3n schreibt gleich nur aus US-Blogs ab, aber ihr habt doch sicher eine eigene Einschätzung zu HackFWD, oder zumindest zu den Punkten, die Lars erwähnt. Die Bilanz ist doch vielfältig genug, um sich damit auseinanderzusetzen – ist Transparenz der Konditionen für Gründer überhaupt relevant? Wieviel Potentiel hatte der Tech-CEO-Ansatz, wenn mit Xing eines der finanziell erfolgreicheren dt. Startups ausgerechnet von einem Nicht-Coder gegründet und an die Börse gebracht wurde?“

„Nicht umsonst eine ‚Hackerwährung‘“

Michael Neuber BitcoinMichael Neuber, Justiziar beim Bundesverband Digitale Wirtschaft warnt Online-Unternehmen vor Bitcoins. Zu riskant sei deren Einsatz, Rechtssicherheit fehle.

Es kommentiert Oliver Flaskämper: „Schon wirklich traurig, wie der BVDW hier Panik verbreitet. Die Aussage von 2011 war aus meiner Sicht schon völlig überzogen, aber dass man heute immer noch meint Online-Händler vor den „bösen Bitcoins“ schützen zu müssen, ist wirklich nicht nachvollziehbar – außer das man zu stolz ist zu erkennen, dass schon die Warnung von 2011 verzichtbar war. Was soll einem Online-Händler denn schon Schlimmes passieren können? Ich persönlich kenne nicht einen einzigen Händler der mit Bitcoins betrogen wurde. Dafür kenne ich einige Händler die bereits Probleme mit Rückerstattungen bei PayPay und Kreditkarten-Unternehmen hatten.“

Radoslav Albrecht meint: „Warum soll die Vergleichbarkeit von Bitcoins mit Bargeld relevant sein? Eine Nicht-Vergleichbarkeit zu Bargeld ist weder ein Argument pro noch contra Bitcoin. Warum sollen Bitcoins kein verlässliches und nachvollziehbares Bezahlsystem sein? Haben Sie schon einmal Bitcoins verwendet? Ich denke, es gibt kaum ein Bezahlsystem, dass nachvollziehbarer ist als das von Bitcoin. Jede Transaktion ist unter Kenntnis der entsprechenden ID in einem öffentlichen Verzeichnis für jeden einsehbar und damit bestens nachvollziehbar. Das macht die Übertragungsmöglichkeiten im Übrigen auch nicht gerade anonym. Wie soll daraus eine Gefahr für den Anbieter werden?“

Die Lehren der Gamer

Die Spielebranche hat es vorgemacht: Man kann auch mit dem gratisverwöhnten Netzpublikum Geld verdienen. Die Lösung heißt Freemium.

Martin Ba kommentiert auf Facebook: „Auf die Zahlen bezogen mag Freemium bei Spielen ganz toll aussehen, in der Realität ist es aber anders. Es werden am laufenden Band generische Spiele auf den Markt geworfen, die niemand braucht. Freemium hat sich bei den großen Publishern nur deshalb etabliert, weil man die klassischen Vertriebswege damit einsparen und sein Produkt global und breiter vermarkten kann, so dass der Teenager mit geringem Taschengeld und der schlecht verdiende Arbeiter aus einem Schwellenland auch mal Geld abdrücken darf. Die Dreistigkeiten des Freemium Modells, was von den meisten mittlerweile Pay2Win genannt wird, schwappen zudem auch noch in Premium-Angebote über – so wird bei aktuellen Spielen teilweise eine Premiumgebühr verlangt, dennoch gibt es einen Itemshop für Mikrotransaktionen. Das Modell Freemium ist eine laufende PR-Katastrophe für die beteiligten, großen Publisher wie bspw. EA. Es werden höchst kundenunfreundliche und generische Produkte released – deswegen bezweifel ich, dass man sich als Gründer an einer Spielebranche orientieren sollte, die den schnellen Rubel über die Qualität des eigenen Portfolios stellt.“

Bank with friends

avubaJonas Piela will mit Avuba ein Girokonto aufziehen, dass sich per App verwalten lässt und in allererster Linie mit Feelgood-Faktor punkten will.

PeteTheFarmer fragt sich: „Wo liegt jetzt der Unterschied zu den Angeboten der DKB und Consors? Da muss schon ein wenig mehr her als ein besseres UI, zumal die Leute beim Thema Girokonto extreeeem träge ist … wird interessant sein zu sehen, ob das Ganze wirklich funktioniert … ich bin gespannt.

Martin entgegnet: „Oh, ich würde das Thema nicht unterschätzen, da gibt es sehr viele interessante Anwendungsszenarien und Mehrwerte, die die klassischen Banken nicht abdecken. Schaut Euch dazu einfach mal Holvi an. Ich denke aber am ehesten (für den Start) kann man da Nicht-Privatkunden ansprechen, die sowieso schon für Ihre Bankgeschäfte Geld bezahlen. Sollte sich das Geschäftsmodell entsprechend beweisen, kann man dann auch Privatkunden-Konzepte entwickeln.“

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