LeWeb 2010, Internet-Konferenz, Loic LeMeur, Geraldine LeMeur, Paris

Dezemberzeit ist Internet-Zeit – zumindest in Europa. Denn auch in diesem Jahr pilgerten wieder zahlreiche Internet-Aktivisten in die Stadt der Liebe, um einer von Europas größten Konferenzen zum Thema Web & Co. beizuwohnen: Der LeWeb 2010. Diesmal sollen es über 2.000 Besucher sein, die auch entsprechend gesalzenere Ticketpreise bezahlen durften.

Potentes Lineup zur LeWeb 2010

Auch in diesem Jahr hat es die LeWeb wieder verstanden, potente Speaker an den Start zu bringen: Michael Arrington befragt Facebook zu seinen Zukunftsplänen, MySpace-CEO Mike Jones skizziert die Roadmap des Social-Networks und Twitter spricht über seine zu erwartenden Features. Weitere Speaker wie Shai Agassi, Playfish-Co-Founder Sebastien de Halleux oder Dennis Crowley folgen noch.

Insgesamt blieben die Gespräche auf der Hauptbühne bisher aber eher trocken. Es wurde sachlich über die Entwicklung der verschiedenen Business-Modelle gesprochen, während alle Inhalte unter maximaler Professionalität aufgenommen und auf zahlreichen Leinwänden ausgestrahlt wurden. Überhaupt ist die LeWeb ungemein professionell organisiert, bei Ticketpreisen im Tausend-Euro-Bereich, darf der geneigte Besucher dies wohl aber auch erwarten.

Facebook und MySpace skizzieren Strategie

Inhaltlich informierte Ethan Beard, Director für das Facebook Developer Network, einen lustlosen Michael Arrington, dass Facebook demnächst verstärkt auf seine Facebook-Credits setzen wird, hierbei aber nicht Zwang, sondern neue Möglichkeiten als Anreiz bieten will.

Währendessen kommentierte MySpace-CEO Mike Jones die intensiveren Kooperationen mit Facebook und machte klar, dass MySpace auch weiterhin sein Fokusthema Medienunterhaltung durchsetzen wird. So will das US-Unternehmen etwa bei seiner divergenten App-Strategie bleiben, bei der zahlreiche kleinere Apps verschiedene Features von MySpace nach außen tragen, anstatt auf eine intergrierte App, wie Facebook es vormacht. Insgesamt ginge es MySpace nicht darum, iTunes und andere Anbieter zu verdrängen, sondern selbst erste Anlaufstation für Unterhaltungsinteressen zu sein und anschließend als Weichenstellung für weitere Inhalte zu fungieren.

LeWeb 2010: Networking als klarer Fokus

Doch selbst bei interessantem Lineup und strategisch motivierten Vorträgen ist auch in diesem Jahr wieder klar: Die LeWeb dreht sich zwar auch um Personen, doch vor allem mehr um die kleinen Bühnen. Um die Gespräche in kleiner Runde mit internationalen Businesspartnern, um die Workshops wie sie etwa Google abhält oder um Interviews mit Gründern, die nicht täglich vor europäischen Kameras stehen.

Vor allem ist die LeWeb in diesem Jahr unglaublich deutsch geprägt. Allerorts sind deutsche Gründer wie Thomas Bachem, Benjamin Rohé, Ibrahim Evsan, Christian Vollmann oder auch Investoren wie Philipp Möhring (Seedcamp), Jörg Binnenbrücker (DuMont Venture) oder Sarik Weber (Hanse Ventures) anzutreffen. Neben Französisch und Englisch dürfte Deutsch so zu den meist gesprochenen Sprachen auf der diesjährigen LeWeb zählen. Hier auch ein paar Eindrücke: