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Der zweite Tag der LeWeb 2011 (www.leweb.net) schweißte die digitale Gemeinde zusammen und zeigte Web-Größen von der persönlichen Seite.  Zwar traten mit Brian Chesky von Airbnb (www.airbnb.de), Phil Libin von Evernote (www.evernote.com) oder Skype (www.skype.com)-Gründer Niklas Zennström wieder einige Große auf die Bühne, insgesamt hinterließ der zweite Tage der Internetkonferenz aber einen intimeren Eindruck als Tag eins. Und das bei einer ganzen Menge Aufregung – denn die Technik spielt auch bei Computerenthusiasten nicht immer mit. Es wurde genetzwerkt und gezaubert, ansonsten fielen sehr häufig die Worte Kreativität, Passion und Steve Jobs.

LeWeb Tag zwei: Steve Jobs und was dann?

Bei LeWeb wurde gestern verbunden, was zusammen gehört: Webenthusiasten und Internetentrepreneure aus aller Welt – sowie einige Konzepte. Am Morgen betrat der Mitgründer und CEO von Airbnb (www.airbnb.de), Brian Chesky, die Bühne des Hauptsaals und stellte sich im Interview den kritischen Fragen von TWiT-Network-Moderatorin Sarah Lane. Das Bettenportal habe er selbst ausgetestet: Ein Jahr lang sei er in New York von Schlafplatz zu Schlafplatz gependelt und seinem Geschäftskonzept so besonders nah gekommen.

Phil Libin, CEO von Evernote (www.evernote.com), rief bei seinem Auftritt gleich Paul-François Fournier, Executive Director des Technocentre bei Orange (www.orange.com), auf die Bühne – die beiden verkündeten eine ganz frische Kooperation: Ab Frühjahr 2012 sollen alle Orange-Kunden kostenfreie Premiummitgliedschaften bei Evernote erhalten. Hierbei handele es sich um die erste Kooperation Evernotes außerhalb Japans. Phil Libin freute sich außerdem über 20 Millionen derzeitige Nutzer – eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr – sowie eine „User Return“-Kurve im Grinseformat. „Ich liebe es, Vorstandsmitgliedern Kurven vorzulegen, die wie ein Lächeln aussehen“, so Libin.

Buchautor und Unternehmenscoach Carmine Gallo lieferte eine sehr amerikanisch-motivierende Rede zum Thema „Seven principles of innovation based on the ‚Innovation Secrets of Steve Jobs‘“ ab. Derer zufolge sind es die „Menschen mit Leidenschaft, die die Welt verändern“. Gallo stellte zudem nochmals heraus, dass es der verstorbene Apple-Chef war, der herausfand, wofür Harvard-Wissenschaftler später sechs Jahre brauchten: „Kreativität besteht darin, Dinge miteinander zu verbinden.“ Gallo war nur einer von vielen, der sich an diesem Tag auf Steve Jobs berief.

Zauberer und Erfinder auf der LeWeb

Am Nachmittag zeigte Marco Tempest, von Beruf „Cyber Illusionist“, Abenteuer, Wissenschaftler und Träumer, wie man mit Technik buchstäblich zaubern – und eine Menge Geld verdienen kann. Das Publikum des Plenarsaals folgte gebannt dem Großbildschirm, als Tempest auf seiner Leinwand ein Strichmännchen zum Leben erweckte und zeichnend mit ihm spielte – kurzzeitig verschwand der Künstler hinter der der Leinwand und wurde so selbst Teil des Bildes. Das Publikum reagierte begeistert, im Saal ertönten laute Jubelpfiffe und Klatschen. Das Video wird sicher in Kürze zusammen mit bereits vielen anderen auf dem LeWeb-YouTube-Channel verfügbar sein.

Zum Ende der letzten Magierperformance streikte allerdings die Technik – eine Hürde, mit welcher der nachfolgende Speaker, Erfinder und Digitale-Medien-Produzent Joseph Tame, ganz massiv zu kämpfen hatte: Seine Präsentation wollte anfangs nicht auf dem Großbildschirm erscheinen, die Musik spielte nicht, später erschienen die Folien in der falschen Reihenfolge. Schweißperlen standen nicht nur dem aus Japan angereisten Tame, sondern auch Veranstalter Loïc Le Meur auf der Stirn, der eilend zur Hilfe kam. Kreative Lösungen wurden gefunden. Allerdings äußerte sich Tame, der in seinem spacigen gelben, mit verschieden PCs, Phones sowie Windrädern und Solarpanelen ausstaffierten Anzug eigentlich seine diversen Projekte vorstellen wollte, am Ende: „Meine Marathons waren nichts gegen das, was hier heute ablief.“ Der Erfinder ist unter anderem für seine Laufprojekte bekannt, bei denen er bekannte Muster auf der Straßenkarte von Tokio abläuft, zum Beispiel „den Apple“ oder „Hello Kitty“.

Magisch wurde es noch einmal mit Ariel Garten, Mitgründerin und CEO von Interaxon (www.interaxon.ca). Die Kanadierin zeigte, wie sich Technik schon heute von Gedanken steuern lässt. Unter anderem assistierte Geraldine Le Meur – sie nahm auf der Bühnencouch Platz, legte sich einen Star-Trek-angehauchten Bügel um den Kopf und das Publikum konnte miterleben, wie die LeWeb-Gastgeberin mit Hilfe von Entspannung und Konzentration eine Bildschirmlandschaft bewegte und belebte.

Zauberhaft war auch der Auftritt von Danil Kozyatnikov, CEO und Gründer des Smartphone-Spieleanbieters Questli. Ganz aufgeregt erzählte der zurückhaltende 24-Jährige, wie er noch im letzten Jahr aus Sibirien als Zuschauer zur LeWeb anreiste und nun auf der Bühne ein Kapital von einer halben Million US-Dollar sowie ein Büro in San Francisco verkünden kann. Abgeklärter erschien danach Skype-Gründer und CEO von Atomico (www.atomico.com), Niklas Zennström, der Skype bei Microsoft „in einem guten Zuhause“ weiß. Mit dem Publikum teilte er eine schwedische Erfolgsweisheit: „Wenn man nach den Sternen greift, kann man die Baumspitzen erreichen.“

In über das Gelände verteilten Workshops und an zahlreichen Ständen wurde derweil und dazwischen wieder fleißig informiert und genetzwerkt. Heute steht der Abschluss der dreitägigen Internetkonferenz an – unter anderem mit dem Finale der Startup Competition. Auf einen neuen, spannenden Tag in Paris!