„Aus für Kochzauber“ titelten wir bei Gründerszene vor wenigen Wochen. Da schien das Ende des Kochboxen-Startups beschlossene Sache. Eine Sprecherin der Betreiberfirma MyToys bestätigte, dass die Auslieferung der Boxen nur noch bis Weihnachten fortgeführt werden würde. 2016 sollte das operative Geschäft komplett gestoppt werden.

Schon einige Tage nach dieser Meldung waren aus dem Unternehmensumfeld Gerüchte zu hören, dass doch noch eine Übernahme in Aussicht stehe. Der Name des Käufers war aber zunächst unbekannt. Nun ist klar: Die Supermarktkette Lidl übernimmt das Berliner Startup komplett. Das teilte Kochzauber gegenüber Gründerszene mit. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Anzeige
Nach der überraschenden Akquisition soll Kochzauber als eigenständige Marke bestehen bleiben. Das Startup werde „das Geschäft mit Kochboxen weiter betreiben und ausbauen“, teilte eine Sprecherin auf Nachfrage mit. „Gleichwohl bleibt zu betonen, dass wir nicht planen, unter der Marke Lidl zu agieren.“ Genauso wenig sei geplant, Lidl-Produkte in den Boxen zu verschicken.

Kochzauber wird nun mit 14 der bisher rund 20 Mitarbeiter weitergeführt. Hinzu kommen vier Mitarbeiter von Lidl, darunter die neuen Geschäftsführer Christoph Müller und Hannes Pagel.

Kochzauber wurde 2012 von Steffi Keuler und Frederic Knaudt gegründet. Anschließend leiteten Knaudt und die Project-A-Managerin Wencke Harder das Berliner Unternehmen. Im Zuge der Abwicklung wurde David Bötschi von MyToys im Oktober zum Geschäftsführer ernannt. Die Otto-Tochter MyToys hatte 2013 die Mehrheit an Kochzauber übernommen.

Wie aus einem Handelsregister-Eintrag hervorgeht, hielt die myToys.de GmbH vor dem Verkauf an Lidl rund 76 Prozent der Anteile. Der Company Builder Project A Ventures, der Kochzauber seit der Seed-Finanzierung 2012 unterstützte, hielt noch etwa 17 Prozent an dem Unternehmen.

Bild: Kochzauber