Takeaway.com reduziert sein Angebot auf eine einzige Marke in Deutschland: Lieferando bleibt, Lieferservice.de soll verschwinden. Im Frühjahr 2014 hatte Takeaway.com, die niederländische Mutter von Lieferservice.de, den Berliner Konkurrenten Lieferando geschluckt. Bereits zum Zeitpunkt der Übernahme hieß es, dass nur eine der beiden Marken fortgeführt werden soll – welche bleiben sollte, war damals aber noch nicht klar. Im Juni verkündete Takeaway.com-Chef Jitse Groen dann, eine Zweimarkenstrategie fahren zu wollen, das Marketing wollte er allerdings komplett auf Lieferando konzentrieren.

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Nun ist die Zusammenlegung der Marken doch vollzogen worden. Auf der Website von Lieferservice.de heißt es: „Lieferservice.de und Lieferando.de sind jetzt eins! Ab heute wird Deine Bestellung von Lieferservice.de direkt an Lieferando.de weitergeleitet.“

Jitse Groen begründet den Schritt gegenüber Gründerszene so: „Lieferservice.de ist zwar bei Weitem der beste Name für ein Food-Lieferdienst-Unternehmen, aber Lieferando ist der klare Markführer.“ Nach eigenen Angaben entsteht durch den Zusammenschluss das größte Angebot in Deutschland mit mehr als 10.000 Restaurants. Auswirkungen auf das Personal soll die Zusammenlegung der Marken nicht haben. „Es gab keinerlei Entlassungen und es wird auch keine geben“, so Groen. „Tatsächlich haben wir im vergangenen Jahr viele neue Leute in unser Team aufgenommen.“

Das ehemalige Management-Team von Lieferando ist dabei nicht mehr vollständig an Bord: Christoph Gerber hat Anfang Oktober die Geschäftsführung abgegeben, Kai Hansen ist Ende 2014 aus der operativen Führung ausgeschieden. Der dritte Gründer Jörg Gerbig ist inzwischen neuer COO von Takeaway.com und bleibt neben Groen Geschäftsführer von Lieferando.

Während es um Lieferando und Takeaway.com seit der Übernahme vergleichsweise ruhig geblieben ist, macht Konkurrent Delivery Hero mit Übernahmen und gewaltigen Finanzierungsrunden von sich reden: Mit dem jüngsten Investment über 110 Millionen Dollar stieg die Bewertung des Berliner Unternehmens gerade erst auf drei Milliarden US-Dollar. Jitse Groen, der Takeaway.com-Chef, sagte im März über den Wettbewerb mit der deutschen Delivery-Hero-Tochter: „Es ist absurd, mit wie viel Geld sich Lieferheld die Marktführerschaft erkauft hat.“

Bild: panthermedia.net/andreykuzmin; Montage: Gründerszene