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Hat Grund zum Strahlen: Franz Salzmann, CEO von Lock8, beim Pioneers Festival in Wien

Lock8 gewinnt Startup Battlefield auf der Disrupt

Es ist im Sommer letzten Jahres, als Franz Salzmann das Fahrrad gestohlen wird – mal wieder. Noch am gleichen Tag sitzt er beim Kaffee mit einem Freund zusammen. Eine Idee entsteht: Was wäre, wenn man sein Rad in so einem Fall mit dem Handy verfolgen könnte? Und könnte man diese Funktion nicht in ein Schloss integrieren?

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Die beiden – Salzmann, ein ehemaliger Deutschbanker, und Daniel Zajarias-Fainsod, promovierter Mediziner und Ingenieur – richten in Oxford eine kleine Werkstatt ein. Sie tüfteln an einem intelligenten Schloss, das per Smartphone-App geöffnet und verriegelt werden kann, dessen Sensoren registrieren, wenn jemand es gewaltsam öffnet und das dann den Besitzer, wiederum per Smartphone, alarmiert.

Die Gründer entscheiden, ihr Projekt abzuschirmen, so wenigen Leuten wie möglich davon zu erzählen. Zwei VCs und Business Angel Christophe Maire werden als Investoren an Bord geholt, dazu ein Fahrradfabrikant als Berater, sonst bleibt der Kreis der Eingeweihten aber klein. Es gibt keine PR und keine Auftritte.

„Es ist schöner, ein Produkt zu launchen, das funktioniert und das gut ist, als mit einer halbfertigen Sache zu früh Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen“, sagt CEO Salzmann. Das Abwarten erweist sich aber auch als gute Marketingstrategie: Die Idee von den intelligenten Fahrradschlössern schlägt richtig ein, als sich Lock8 am Dienstag zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Beim Startup Battlefield auf der Berliner TechCrunch Disrupt wird das Konzept hochgelobt, auf Kickstarter startet eine Lock8-Kampagne mit beeindruckendem Medienecho, am Dienstag pitcht Salzmann sein Startup beim Pioneers Festival in Wien, kommt auch hier unter die letzten 16 der Startup Challenge – und kann dann auf dem Laptop im Livestream verfolgen, wie seine Kollegen in Berlin den Sieg holen, was immerhin 40.000 Euro für das Startup bedeutet.

Fertigung in Mexiko, Expansion in die USA

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Das Geld kann das Team gut gebrauchen, sagt Salzmann, der zudem auf mindestens 50.000 Pfund aus der Kickstarter-Kampagne hofft. Damit soll die Produktion der Schlösser angeschoben werden. Gefertigt wird in Mexiko – wegen der Nähe zu den USA, weil es dort Erfahrung mit der Produktion ähnlicher Elektroprodukte gibt, und auch, weil Mitgründer Zajarias-Fainsod aus dem Land stammt.

Die weitere Expansion ist fest eingeplant: Büros in San Francisco und Berlin sollen bald eröffnet werden. Auch einen CEO für Amerika gibt es bereits, allerdings macht der gerade noch seinen MBA in Chicago. Die Produktion in Mexiko sei startklar, sagt Salzmann, spätestens Ende Februar könnten die ersten Schlösser zusammengebaut werden, für Mai sind die ersten Exemplare versprochen. Dann dürfte auch das Team – bislang acht Mann stark – deutlich aufgestockt werden. Natürlich nur, solange alles nach Plan läuft. Aber gut vorgelegt hat Lock8 schon einmal.

Bild: Gründerszene