Logistik-Startups von Webshop- bis Einkaufs-Service

Logistik mag etwas angestaubt klingen, die Branche bringt aber regelmäßig neue, frische Startups hervor: Seien es Liefer-Dienstleistungen für bestehende E-Commerce-Shops, Einkaufs-Mitbringservices per Smartphone-App oder stundengenaue Nachverfolgung von Bestellungen. Klar ist: Auch in der digitalen Welt spielen reale Dinge weiterhin eine wichtige Rolle. Und die meisten davon wollen bis vor die eigene Haus-, Büro- oder Autotür geliefert werden.

Die folgende Übersicht listet einige der Spieler in diesem Bereich:

  • Cardrops liefert bestellte Waren in den Kofferraum des eigenen Autos. Dazu trackt der Dienst die Position des Autos des Besitzers und öffnet es via Remote Control. Anschließend schließt der Lieferant das Gefährt und informiert den Inhaber per SMS über den Lieferstand.
  • Emmasbox bietet gekühlte Abholstationen für online bestellte Lebensmittel. Der Endkunde kann so etwa nach Geschäftsschluss noch auf entsprechende Produkte aus der Kühlbox zugreifen. Das Unternehmen hinter der Idee, Open Ideas, pitchte damit bereits unter anderem bei DB Next Station. Für ungekühlte Waren bietet das Startup Ein-Fach ein ähnliches System.
  • Atalogics arbeitet an einem Tür-zu-Tür-Service  - das Unternehmen holt Waren ab und bringt sie zum Empfänger. Das Startup wirbt damit, innerhalb der Stadtgrenzen immer einen Fixpreis zu verlangen. Der Dienst war in Salzburg gestartet und soll demnächst auch in Deutschland, zuerst in Hamburg, starten.
  • Bidcourier möchte Privatpersonen zu Lieferanten machen. Dazu können nach der Erstellung eines Lieferauftrags verschiedene Angebote verglichen werden und anschließend der beste private Lieferpartner ausgewählt werden. Weitere Startups in diesem Segment sind Checkrobin oder Mitpackgelegenheit.
  • Bringbee ist ein Einkaufs-Mitbringservice, der derzeit in der Schweiz und Frankreich anläuft. Wer also etwa zeitlich nicht selbst in der Lage ist einzukaufen, lässt das andere für sich erledigen, gibt seine Einkaufsliste online frei und bezahlt hinterher für Einkauf und Lieferung an die gewünschte Adresse. Bald starten in diesem Bereich möchte auch Shippies.
  • Clickapoint ist eine Allround-Logistik-Plattform. Auf ihr können Angebote für internationale Transporte, Fracht, Sitzplätze oder Mitfahrgelegenheiten gelistet werden. Entsprechend breit ist auch die Geldspanne, zwischen denen aktuelle Angebote auf der Plattform liegen – sie reichen von 5 bis 1.000 Euro. Das Angebot ist derzeit noch kostenfrei nutzbar.
  • Locafox findet online Produkte, die anschließend im lokalen Geschäft gekauft werden können. Mit Holtzbrinck Ventures hat das Startup einen potenten Investor an Bord, der das „immense Potenzial des Local Commerce erkannt hat“ – so die Macher im Interview mit Gründerszene, in dem sie auch von ihrer Vision des „Amazon für den stationären Handel“ sprechen.
  • Mylorry ist ein Transport- und Kurierdienst aus Berlin. Über die Smartphone-App kann der Kunde per GPS-Live-Tracking die Sendung verfolgen. Noch während der Lieferung besteht zudem die Möglichkeit des Telefon-Kontakts zum Kurier. Nach Auslieferung beziehungsweise Fremd-Annahme wird der Empfänger über den Lieferstand informiert.
  • Mytaxi testet mit Mytaxi Delivery gerade einen Same-Day-Delivery-Dienst per Taxi. Laut Eigenbeschreibung kann der Dienst sowohl von Webshop-Betreibern, überregionalen Händlern mit stationärem Filialnetz, als auch von einzelnen Händlern angeboten werden. Die Taxi-Alternative Uber arbeitet angeblich ebenfalls an einem Liefer- und Transportdienst – vorerst in den USA.
  • Tiramizoo ist ein Same-Day-Delivery-Dienst für Filialen und Webshops. Im Interview mit Gründerszene erklärten sie bereits 2011 ihr Geschäft. Zuletzt machte das Logistik-Startup mit einer siebenstelligen Finanzierungsrunde von sich Reden. Im Zuge derer stieg der HTGF bei Tiramizoo aus und versilberte seine Anteile. Neu hinzu kamen DPD, der zweitgrößte deutsche Zusteller, und die BayBG Bayrische Beteiligungsgesellschaft.
  • Paketda und Parcello ermöglichen eine detaillierte Nachverfolgung von Sendungen, etwa via Google-Maps-Integration. Arrival Control hat zusätzlich auch Funktionen für Freundes-Verabredungen im Programm und ist für iOS und Android verfügbar. Das Produkt stammt von der Deutschen Telekom beziehungsweise T-Systems.
Bild: Panthermedia.net/notkoo2008