Kevin Mahaffey Lookout

Selbsternannter „Security Geek“: Lookout-Mitgründer Kevin Mahaffey

Das Thema Datensicherheit brachte die drei selbsterklärten „Security Geeks“ schon zu Uni-Zeiten auf Touren: „Ich studierte mit meinen beiden Mitgründern James Burgess und John Hering an der University of Southern California“, erinnert sich Kevin Mahaffey. „Wir hatten gerade ein Nokia 6310i in die Hände bekommen. Es war das erste Bluetooth-Telefon, dass ich jemals gesehen hatte. Schnell war klar: Wir bauten das Ding auseinander und versuchten, es zu hacken.“ Das machten die späteren Gründer des Billion-Dollar-Startups Lookout dann auch. Und fanden riesige Sicherheitslücken, wie Mahaffey erzählt.

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„Damals gab es nicht viele Leute, die sich um solche Sachen gekümmert haben“, so Mahaffey. „Wir wussten von einem in London, einem aus Österreich, einigen aus Deutschland und ein paar in den Staaten.“ Mit den gefundenen Sicherheitslücken wandte sich das Trio direkt an Nokia. Und wurde abgewiesen. Die Reichweite betrage ja nur zehn Meter und es wäre zu teuer, das zu reparieren, meinte man beim Telefonhersteller. Also gingen die drei zur Presse. „Damit die Story gut wurde, haben wir einen Reichweitenverstärker gebaut und gezeigt, dass man das Telefon aus 1,2 Meilen Entfernung hacken kann.“ Das Ganze erschien im Wirtschaftsteil der New York Times und sorgte für einigen Wirbel.

Für richtig viel Aufsehen sorgte auch Lookout-Mitgründer und -CEO Hering: Um auf die Gefahr hinzuweisen, dass sich Mobiltelefone ausspähen lassen, hatte er bei der Oscar-Verleihung 2005 zahlreiche Handys von Prominenten gehackt.

2007 fing das Trio dann an, an einem Produkt zu basteln, das solche Sicherheitsprobleme auch nach der Herstellung noch lösen kann. Es waren die Anfänge von Lookout. „Damals gab es weder iPhone noch Android, nur Windows-Mobile-Smartphones, die fast niemand benutzte“, erinnert sich Mahaffey. Dennoch: Schnell wurde das zunächst als Flexilis gestartete Produkt mit knapp 25.000 Nutzern eines der am weitesten verbreiteten Programme auf der Plattform. Dann kamen Apple und Google, heute nutzen ungefähr 50 Millionen Leute die Software.

Mit seiner letzten Finanzierungsrunde im vergangenen Herbst hat Lookout die Milliardenbewertung überschritten, wurde bereits mehrfach zu den „most disruptive companies“ der Welt gewählt, im Jahr 2012 zum Beispiel vom US-Branchenmedium Fast Company. Wir sprachen mit Kevin Mahaffey über Durchhaltevermögen, den Mittelweg zwischen Komfort und Datensicherheit – und darüber, was er seit der Gründung dazu gelernt hat. Hier geht’s weiter zum Interview.

Bild: Lookout

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