Maria Spilka gehört zu den bekanntesten Gründerinnen in Deutschland.

Kurz vor Weihnachten werden bei Mädchenflohmarkt noch einmal die Kassen aufgefüllt. Der Second-Hand-Marktplatz erhält einen Millionenbetrag von seinen bisherigen Investoren Vorwerk Ventures und den Business Angels Peter Ambrozy, Feliks Eyser, Tassilo Bestler sowie Gerald Heidenreich.

Über Mädchenflohmarkt können Nutzerinnen ihre Kleidung, Schuhe und Taschen weiterverkaufen – sie verkaufen die Produkte entweder selbst über die Plattform oder engagieren den Concierge-Service, bei dem das Team von Mädchenflohmarkt den Verkauf abwickelt. Von eigenständigen Verkäuferinnen nimmt Mädchenflohmarkt 10 Prozent des Verkaufspreises, für den Concierge-Service 40 Prozent. Lediglich acht Vollzeitstellen hat Mädchenflohmarkt.

Anders als der Hamburger Wettbewerber Rebelle oder die französischen Unternehmen Vestaire Collective oder Videdressing verkauft Mädchenflohmarkt auch Second-Hand-Mode von günstigeren Firmen, beispielsweise H&M, Zara, Esprit oder Pimkie.

Im Kurzinterview erzählt Gründerin Maria Spilka, was sich in den vergangenen Monaten bei Mädchenflohmarkt verändert hat und wie es 2016 weitergeht.

Ihr habt ein neues Zahlungssystem eingeführt. Wie funktioniert das?

Wir haben beobachtet, dass die Anforderungen an Marktplatz-Verkäufer in den letzten Jahren stark gestiegen sind und Käufer nicht nur eine reibungslose Abwicklung erwarten, sondern auch Versandzeiten wie bei Amazon oder Zalando. Durch die Einführung unseres Zahlungs- und Versandsystems ist die Bezahlung sofort fällig und unsere Verkäufer können die Ware auch sofort versenden.

Ihr strebt für 2016 Profitabilität an. Wie wollt ihr das erreichen?

Es war uns von Beginn an immer sehr wichtig, schlank und agil zu bleiben. Das bedeutet, dass wir immer wieder nach neuen Wegen suchen, effizienter zu funktionieren. Wir versuchen sehr viele Prozesse und Herausforderungen innerhalb unseres Geschäftsmodells schlank abzubilden. Gleichzeitig müssen wir aufgrund unserer großen Community und unseres Bekanntheitsgrades deutlich weniger in Paid-Marketing-Kanäle investieren.

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Ihr sagt, euer CPO liegt 90 Prozent unter dem vergleichbarer Modelle. Warum?

Wie gesagt investieren wir verhältnismäßig wenig in Paid Marketing, wachsen damit primär auf Basis unserer Bestandskunden und organisch.

Anfangs sahen viele Branchenkenner das Modell für Second-Hand-Mode im Netz kritisch – besonders wenn die Teile günstiger sind und die Marge dementsprechend niedrig ist. Hat sich daran etwas geändert?

Wir haben keinerlei gebundenes Kapital, unsere direkten Kosten sind gering und deshalb gelingt es uns eine attraktive Bruttomarge zu erwirtschaften. Das sind die Vorteile eines Marktplatz-Modells. Was die Preise angeht: Natürlich klingen Designernamen sexy, aber Mainstream-Mode wird unterschätzt.

Was genau passiert mit dem siebenstelligen Betrag, den ihr eingesammelt habt?

Diesen werden wir sehr bewusst für den weiteren Ausbau unseres Kerngeschäftes nutzen.

Danke für das spontane Interview, Maria.


So sieht es übrigens bei Mädchenflohmarkt in Stuttgart aus:

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Die neu gestaltete Sitzecke ist Treffpunkt für Teambesprechungen und lädt zur Recherche in den neuesten Fashion-Magazinen ein.