PRINT_Magnus Resch Portrait with Donkey

Gründer Magnus Resch macht in Berlin Werbung für seine neue App

Magnus Resch hat bereits einige Startups gegründet, die Fitness-Firma Gymondo etwa oder den Schmuck-Shop Juvalia & You. Deutschlandweit bekannt wurde er allerdings nicht durch seine Gründungen – sondern durch sein kurzes „I-daut-it“-Video auf YouTube. Das schaffte es vor zwei Jahren bis in die TV-Sendung von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf.

Im April dieses Jahres meldete sich Resch mit einem neuen Projekt zurück, einer Kunst-App, die so heißt wie er selbst: Magnus. Sie soll das Shazam der Kunstszene werden. Nutzer können mit der Magnus-App Bilder in Museen und Galerien scannen, um mehr Informationen über sie zu bekommen. Außerdem werden geschätzte Preise von Kunstwerken angezeigt, was die Transparenz auf dem Markt erhöhen soll. Bloomberg äußerte sich begeistert zum Launch: Magnus sei möglicherweise „die erste App, die einen echten Einfluss auf die Kunstwelt haben könnte“.

Doch seit kurzem ist Magnus aus dem App-Store verschwunden. Apple hat die App zumindest vorerst entfernt. Laut dem Startup liege dies an Ansprüchen, die drei deutsche Galerien geltend gemacht hätten. Sie beanspruchen Urheberrechte an Bildern, die in der App zu sehen waren, für sich. Magnus hingegen sieht sich als Opfer: Da mit der App Preise von Kunstwerken verglichen werden können, befürchteten die Galerien, dass ihnen diese Transparenz schaden könne.

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Bereits zum Start hatte Magnus Probleme wegen Urheberrechtsverletzung. Der Konkurrent Artsy gibt gegenüber Gründerszene an, im April ein Sample von 100.000 Bildern aus der Magnus-App untersucht zu haben. Beinahe 10.000 davon hätten das Wasserzeichen von Artsy aufgewiesen. Man habe eine Beschwerde bei Apple eingereicht, nach und nach habe Magnus die Bilder entfernt. Das Startup bestätigt den Vorfall, doch es betont in einem Statement: „Das repräsentierte 0,001 Prozent unserer Datenbank.“

Ein weiterer Wettbewerber, ArtFacts, erhebt in einem Artikel auf dem Portal Artnet ebenfalls Vorwürfe gegen Magnus. Das Unternehmen gibt an, Magnus habe Daten wie Preise und Fotos von Kunstwerken von der ArtFacts-Plattform übernommen. Dies habe man daran erkannt, dass sich kleine Fehler aus den Originalen auf Magnus wiederfänden. Das Unternehmen habe ebenfalls eine Beschwerde bei Apple eingereicht. ArtFacts war für Gründerszene bisher nicht zu erreichen.

Von Magnus heißt es auf Nachfrage, die Anschuldigungen seien ohne Substanz. Zum einen sei das Portal Artnet ein direkter Wettbewerber, der an dem Verkauf von Kunstdaten verdiene. Zum anderen habe Apple die Magnus-App nach der Beschwerde des Konkurrenten ArtFacts nicht offline genommen – erst jetzt nach den Einwänden dreier Galerien. In einer Mail schreibt eine Sprecherin: „Wir überlassen es euch zu beurteilen, ob Daten „gestohlen“ wurden oder ein Wettbewerber einfach sauer ist, weil die Magnus-App bessere Daten bietet – gratis.“

Bild: Magnus.net