„Frankfurt ist gar nicht so schlecht wie sein Ruf“, sagt Burkhard Schneider und aus seinem Mund klingt es ausnahmsweise nicht nach schlechter Bankenwerbung, sondern nach Überzeugung.

Ganz unvoreingenommen ist er freilich nicht. Die von Schneider und seiner Agentur Beewell aus der Taufe gehobene Gründermesse Aufschwung geht erst ins vierte Jahr und wächst seither stetig. Etwas Vergleichbares habe es für junge Entrepreneure vorher nicht gegeben.

So anspruchsvoll wie ihr Name war „die Aufschwung“ von Beginn an. Die ersten drei Jahre fand das Branchentreffen im Börsengebäude in Frankfurt statt. Von der Gründung zum Börsengang – dieser Symbolcharakter gefiel nicht nur Schneider. Mit 1.800 Besuchern und Ausstellern startete die Messe im Jahr 2007. Wie zum Vorbild für seine Akteure ist sie seitdem stetig gewachsen – und wurde irgendwann zu groß für die Börse.

Für diese vierte Ausgabe quartierte Schneider seinen Aufschwung nun auf den Campus Westend ein. Am späten Nachmittag zeichnet sich ein weiterer Besucherrekord ab: „Die 3.000 haben wir geknackt.“ Die bisherigen Rückmeldungen scheinen durchweg positiv, die Geschäfte laufen: „Man klopft an den sechsstelligen Summen“, weiß Schneider.

Schaut man auf die Internetwirtschaft, darf sich Frankfurt wohl trotzdem erst nach Berlin, Hamburg, München oder gar Köln einreihen. „Ich würde mir wünschen, dass mehr Messen von Machern für Macher veranstaltet werden“, resümiert Schneider später im Best-Practice-Business-Blog  und fragt: „Warum gibt es noch so viele Gründerveranstaltungen, die nicht von (ehemaligen) Gründern verantwortet werden?“

Die kreditgebenden Banken interessierten sich in der Regel erst ab dem dritten Geschäftsjahr für StartUps, meint er. So schafft die Messe den Spagat und bietet neben klassischen Referenten der öffentlichen Förderer auch Vertretern der Business-Angels FrankfurtRheinMain eine Bühne.

Das spiegelt sich denn auch im Querschnitt der aufschwungsuchenden Besucher. In den Fluren vor den Vortragssälen tummeln sich Ratsuchende jeder erdenklichen Couleur: Da gibt es die drei jungen BWLer, die den Kopf voller Ideen haben und „irgendwas mit Internet“ machen wollen, aber auch die zwei Fotografinnen, die ihr eigenes Fotostudio gründen wollen – weil es Frankfurt offenbar selbst hier an kreativem Angebot fehlt. Andere lauschen interessiert den Getting-Things-Done-Tipps von Oliver Gassner, verlassen aber verständnislos und irritiert den Saal, als selbiger von „RSS-Feeds“ spricht. Das ist ihnen dann doch zu speziell.