Till Neatby Fabian Siegel Marley Spoon

Die Marley-Spoon-Gründer Till Neatby und Fabian Siegel

Vier Millionen Euro von den Samwers und Point Nine Capital

Gemeinsames Kochen zuhause liegt im Trend – zumindest hätten eine ganze Reihe an Startups das gerne so. Anfang August startete der frühere Lieferheld-CEO Fabian Siegel daher zusammen mit seinem Freund Till Neatby Marley Spoon, um frisches Essen in die Zuhause der Kunden zu bringen, portioniert und inklusive Zubereitungsanleitung. Mit Home Eat Home steht ein vom Coca-Cola-Inkubator unterstützer Wettbewerber gerade in den Startlöchern, Rockets HelloFresh überrascht als Abo-Boxen-Versender bereits seit einer Weile wöchentlich mit Inhalten.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Fabian Siegels Neues Startup: „Ganz ehrlich? Wir haben
keine Ahnung was passiert, wenn das Ganze skaliert“

Derweil legt das Siegel-Startup nun bei der Finanzierung nach. Weitere vier Millionen Euro kommen vom bereits zuvor engagierten Samwer-Fonds Global Founders Capital (bei dem Siegel übrigens selbst als Venture Partner angestellt ist), dem Berliner VC Point Nine Capital und einigen Business Angels. Zusammen mit den 1,5 Millionen Euro, die dem Berliner Unternehmen zum Start zur Verfügung standen, erhöht sich die Gesamtfinanzierung auf 5,5 Millionen Euro.

Anzeige
Mit dem neuen Geld will Marley Spoon ins Ausland expandieren, Großbritannien und die Niederlande machen den Anfang. Dort sei nicht nur der Willen zum Online-Bestellen groß, sondern auch kulinarisch hätten beide Länder viel zu bieten, glaubt man bei Marley Spoon.

Auch wenn das Geschäft mit Lebensmitteln einer der ganz großen noch nicht „digitalisierten“ Märkte ist, haben sich Online-Supermärkte mit großem Sortiment trotz verschiedener Anläufe bislang nicht durchgesetzt, zumindest nicht in nennenswertem Umfang. Warum das so ist, erklärt Siegel gegenüber Gründerszene so: „Horizontale Angebote funktionieren im Internet nicht. Stattdessen geht es um ganz konkrete Nutzungsformen.“ Dass sein Konzept nicht unbedingt für die Masse geschaffen ist, weiß er, das soll es auch gar nicht sein. „Wir richten uns an alle, die das Erlebnis des gemeinsamen Kochens zu schätzen wissen.“

Derzeit, 100 Tage nach dem Start, liefere Marley Spoon „ein paar Hundert Essen pro Woche“ aus. Damit ist Siegel zufrieden, immerhin stehe man noch ganz am Anfang. „Was wichtig ist: Die Kunden kommen wieder“, erklärt der Gründer.

Insgesamt 40 Mitarbeiter hat Marley Spoon derzeit, Produktionsstandorte gibt es in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden. Das einzige echte Büro ist aber in Deutschland. „Wir wollen das Ganze zentral aufbauen.“ So wird auch der Einkauf von Berlin aus durchgeführt: „Das würde man ja ohnehin vom Büro aus machen“, erklärt Siegel. Dennoch versichert er, dass bei Marley Spoon sehr auf die Qualität der Waren geachtet werde. „Dann fliegt man eben schnell mal hin und schaut sich alles genau an“.

Bild: Alex Hofmann / Gründerszene