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Im Sommer 2014 hatte Myobis-Gründer Thomas Söhn noch große Pläne, er wollte ein globales „Amazon der Dienstleistungen“ bauen, träumte von „30 bis 50 Millionen Euro“ Risikokapital. Jetzt hat das 2009 gegründete Unternehmen, das Erlebnisanbietern Buchungs- und Verwaltungssoftware verkaufte, Insolvenz angemeldet: Seit dem 12. März steht Myobis unter der Verwaltung eines vorläufigen Insolvenzverwalters, dem Münchener Rechtsanwalt Hubert Ampferl.

Laut Ampferl hat die Myobis-Geschäftsführung „vorsorglich einen Eigeninsolvenzantrag gestellt“, das Unternehmen befinde sich „daher derzeit lediglich in einer sogenannten Vorphase der Insolvenz“. Zum Stand der Sanierung sagte Ampferl:

„Damit wurde die Möglichkeit eröffnet, das Unternehmen nach einer kurzen Sanierungsphase bis voraussichtlich Anfang Mai 2015 auf ein nachhaltig solides Fundament zu stellen. Der Geschäftsbetrieb wird derzeit vollumfänglich und ohne Einschränkungen unter der Führung der Geschäftsleitung sowie der Begleitung durch den vorläufigen Insolvenzverwalter fortgeführt. Die betrieblichen Strukturen sind uneingeschränkt intakt. Alle Serviceleistungen sowie der Techniksupport stehen wie gewohnt zur Verfügung. Ebenso können Neukunden die Leistungen in gewohnter Qualität abrufen.“

Ähnlich wie das jüngst mit einem sechsstelligen Betrag finanzierte Berliner Startup Bookingkit richtet sich Myobis an Kochschulen, Bootsverleiher oder Veranstaltern von Stadttouren. Sie sollen mit der Whitelabel-Lösung Geschäft und Buchungen verwalten können. Die Myobis-Software lag dem Erlebnisanbieter Mydays zugrunde, der 2013 an Seven Ventures veräußert wurde.

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Mindestens drei Millionen Euro an Risikokapital stecken in Myobis, zu den Investoren gehörten die KfWSeventure Partners und RI Digital. Auch der Global Founders Fund (ehemals European Founders Fund) der drei Brüder OliverMarc und Alexander Samwer war beteiligt.

Mitgründer Thomas Söhn ist laut Unternehmenshomepage inzwischen nicht mehr Geschäftsführer. Das Unternehmen wurde zuletzt von CTO Frank Großmann sowie von Mitgründer und CFO Michael Rennefeld geleitet.

Bild: Screenshot Myobis