Number26_Berlin
Number26_Berlin Die beiden N26-Gründer Valentin Stalf (links) und Maximilian Tayenthal

Die Sprüche vom Angriff gegen die etablierten Banken gehören beim gehypten Fintech-Startup N26 – vormals Number26 – mittlerweile zur üblichen Außendarstellung. Gerade stritt sich Gründer Valentin Stalf mit dem Commerzbank-Vorstand Michael Mandel in einem Interview über die Bedeutung von Filialen und die Zukunft des Bankings. Wie üblich ließ Stalf verlauten: „Wir sind heute eine der schnellstwachsenden Banken Europas…“ Da unterbrach ihn der Commerzbank-Mann: „…nein, wir wachsen schneller. In den vergangenen drei Jahren haben wir netto eine Million Kunden dazugewonnen…“

Und es stimmt, noch steht das Berliner Unternehmen, das erst im Sommer eine Banklizenz erhielt, am Anfang. Seit einiger Zeit spricht N26 von insgesamt 200.000 Kunden. Wie viele davon die App auch tatsächlich verwenden, ist allerdings nicht bekannt. Mit der Banking-Anwendung von N26 lassen sich beispielsweise die Ausgaben übersichtlich darstellen oder Geld per Siri überweisen.

Jetzt will das gehypte Startup seinen Kundenstamm deutlich vergrößern: Dafür expandiert es in insgesamt neun weitere europäische Länder, wie das Unternehmen auf der Konferenz TechCrunch Disrupt bekannt gab. Die Länder Belgien, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Portugal und Slowenien gehören dazu. Bislang war N26 in Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland, Irland und der Slowakei verfügbar. Gründer Stalf sieht sich dabei bei der Expansion vor allem durch geringere Marketing-Ausgaben im Vorteil. Gerade in Deutschland hat N26 eine aktive Community in den sozialen Netzwerken, die das Angebot weiterempfehlen – oder auch für einen Shitstorm sorgen.

Zurzeit ist das Startup vor allem damit beschäftigt, die bestehenden Kunden von dem ehemaligen Bankpartner Wirecard auf die eigene Plattform zu holen. Bei der Zusendung der dafür notwendigen neuen Kreditkarten kam es zu ein paar Verzögerungen. Durch die eigene Banklizenz will das Startup künftig mehr Bank-Produkte zum Investieren oder Sparen anbieten.

Bild: Gründerszene