Pikanter Seitenwechsel: Die ehemalige EU-Kommissarin für die digitale Agenda, Neelie Kroes, geht in die freie Wirtschaft und wird Mitglied des Salesforce-Aufsichtsrats. Ab Anfang Mai werde sie dem Board des US-amerikanischen CRM-Spezialisten angehören, gab das Unternehmen am Dienstag bekannt.

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Die Niederländerin Kroes war zwischen 2010 und 2014 Vizepräsidentin der EU-Kommission sowie die zuständige Kommissarin für die digitale Agenda und damit Vorgängerin des Deutschen Günther Oettinger. Von 2004 bis 2010 war Kroes Wettbewerbskommissarin. In dieser Funktion war die 74-Jährige zum Beispiel mit dem Verfahren gegen den US-Softwareriesen Microsoft befasst. Zuletzt betreute Kroes in den Niederlanden den Aufbau der öffentlich-privaten Partnerschaftsinitiative StartupDelta, mit der das Land sich als Startup-Standort profilieren will.

Salesforce werde „in hohem Maße von ihrer breiten Erfahrung im öffentlichen und privaten Sektor“ profitieren, gibt sich Salesforce-CEO Marc Benioff überzeugt. Sein Unternehmen setzt nicht zum ersten Mal darauf, sich mit gut verdrahteten Ex-Politikern im Aufsichtsrat exzellente Verbindungen in den öffentlichen Sektor und damit potenziell lukrative Aufträge zu sichern. Seit 2014 sitzt zum Beispiel der ehemalige US-Außenminister Colin Powell im Salesforce-Board.

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