fabian dudek nestpick rocket internet

Nestpick-Gründer Fabian Dudek

Mit viel Getöse brachte die Firmenfabrik Rocket Internet die Wohnungsvermittlungsplattform Nestpick Anfang dieses Jahres nach Deutschland. Kurz darauf folgten Expansionen nach Österreich, Irland und diesen Monat Australien. Damit ist das 2014 gegründete Startup schon in neun Ländern vertreten.

Was aber geht hinter der aggressiven Expansionsstrategie im Unternehmen vor? Nach Informationen von Gründerszene rumort es gewaltig: Das Rocket-Venture soll reihenweise Mitarbeiter entlassen haben. Auf Nachfrage gibt Nestpick an, sich „von weniger als 20“ Vollzeitangestellten getrennt zu haben. Doch aus zwei separaten Quellen sind deutlich höhere Zahlen zu erfahren: Bis zu 60 Prozent der Mitarbeiter sollen betroffen sein. In seinem Berliner Büro hatte Nestpick nach eigenen Angaben bislang etwa 140 Mitarbeiter beschäftigt.

Anzeige
Hintergrund der Entlassungen sind laut Nestpick Bemühungen um mehr Effizienz: „Unsere aktuellen Prozesse und die Optimierung unserer Plattform erlauben uns, unseren Personalbestand zu reduzieren, so dass wir ein höheres Maß an Flexibilität, Produktivität und mit weniger Ressourcen mehr erreichen können.“ Als Beispiel nennt das Unternehmen seine im April gelaunchte neue Webseite, mit der viele Prozesse automatisiert werden könnten.

Nestpick bestreitet, dass das Unternehmen unter Finanzierungsengpässen leide: „Dies ist eine aktive Entscheidung, bei der es sich um operative Verbesserungen handelt und nicht um finanzielle Schwierigkeiten.“ Das Unternehmen bleibe in allen neun Ländern weiterhin aktiv, auch weitere Expansionen seien geplant.

Nach eigenen Angaben bietet Nestpick etwa 20.000 Wohnungen zur mittelfristigen oder langfristigen Vermittlung an, Hauptkunden sind Studenten, die in fremde Städte ziehen. Seit Ende 2014 ist Rocket Internet in das Unternehmen investiert – was Nestpick zu einem eher untypischen Rocket-Venture macht: Es wurde nicht innerhalb der Startup-Schmiede erdacht, sondern von Fabian Dudek im niederländischen Rotterdam gegründet. In der Vergangenheit stand das Startup bereits in der Kritik: Laut Zeit Online soll Nestpick die angebotenen Wohnungen zum Zeitpunkt des Launches nur unzureichend verifiziert haben.

Bild: Nestpick