Bergfürst listet C.H.Wolf

Viel Bewegung gab es in den letzten Wochen bei Bergfürst, erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Investmentplattform ihre Banklizenz zurückgegeben hat. Nun kann das Berliner Unternehmen endlich wieder eine neue Emission verkünden: Der Uhrenhersteller C.H.Wolf aus Glashütte wird über Bergfürst Anteile verkaufen und will bei der Kapitalerhöhung mindestens 500.000 Euro einnehmen. Beteiligen können sich Investoren ab einer Summe von 250 Euro.

Dies ist der erste Schritt einer neuen Strategie, die Bergfürst-CEO Guido Sandler angekündigt hatte: Die Plattform will nun auch kleinere, prospektfreie Finanzierungen anbieten, sodass sich über die Plattform Startups mit einem Kapitalbedarf von unter 1,5 Millionen Euro finanzieren können. Damit funktioniert das Crowdinvesting auf Bergfürst nun ähnlich wie bei Companisto und Seedmatch - mit einem Unterschied: Erworbene Unternehmensanteile können bei Bergfürst anschließend auf der Plattform gehandelt werden.

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Mitgründer und CEO Guido Sandler sagt über den Strategieschwenk: „Bislang mussten wir einfach viel zu viele spannende Unternehmen ablehnen, da sie für Wachstumsfinanzierungen von 1,5 Millionen Euro noch zu klein waren.“ Nun erweitere man durch die niedrigere Schwelle das Portfolio. Laut Sandler mache Bergfürst seit der Umstellung Tagesumsätze, die zuvor den Umsätzen von drei bis vier Monaten entsprochen hätten.

Seit der Gründung 2011 hat die Investment-Plattform bereits mehrfach ihr Geschäftsmodell angepasst. Zunächst operierte das Startup als Crowdinvesting-Plattform. Das Geschäft lief allerdings deutlich langsamer an als erwartet und Bergfürst konnte bislang nur ein weiteres Unternehmen, den Online-Händler Urbanara, listen. So erweiterte Bergfürst zunächst sein Geschäft um Immobilienfinanzierungen und wurde schließlich vergangenes Jahr zur Bank. Da der Aufwand aber das Unternehmen verlangsamt habe, habe man die Lizenz nun wieder abgegeben, sagte Guido Sandler diese Woche gegenüber Gründerszene.

Dennis Bemmann

Noch eine weitere Veränderung hat sich bei Bergfürst ergeben: Mitgründer Dennis Bemmann ist Anfang des Monats aus dem Vorstand ausgeschieden. Er nennt dazu private Gründe und bleibt weiterhin Vorsitzender des Aufsichtsrats des Unternehmens und ihm „eng verbunden“. Von Bergfürst heißt es dazu: „Herr Bemmann wollte diesen Schritt schon länger gehen, sah aber erst jetzt, da die Plattform voll ausgereift und nur noch kleinere Veränderungen vorgenommen werden müssen, den richtigen Zeitpunkt dafür. Zudem müssen wir nun, da wir keine Bank mehr sind, auch keine zwei Vorstände mehr vorhalten.“

Bild: C.H.Wolf