neun nerd typen

Neun Nerd-Typen

Der Computer-Nerd – er ist analytisch und eigenbrötlerisch. Auf seinem T-Shirt stehen Witze, die man nur mit vertieften Programmierkenntnissen versteht. Seine Arbeit am Computer unterbricht er nicht einmal zum Essen. Das Bluetooth-Headset nimmt er nicht einmal zum Schlafen ab… Ein Klischee allein wird einem so komplexen Berufsstand nicht gerecht. Nachfolgend also neun ultimative Nerd-Typen.

Admin-Nerd

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„Ich würde Dich gerne kennenlernen. Treffen wir uns auf dem Server ###.###.###.###:#### um 10 Uhr?“

Admin-Nerds sind Götter. Sie sind in der Lage, komplexe IT-Landschaften zu entwerfen, zu bauen und in Schuss zu halten. Und mit den Göttern stellt man sich besser gut. Mehr Speicherplatz, Internet-Telefonie oder auch eine wiederhergestellte E-Mail sind die guten Gaben an ihre Geschöpfe. Doch bringt man den Admin-Nerds nicht den gebührenden Respekt entgegen, wird man bald Bekanntschaft mit dem „Bastard Operator from Hell“ machen.

Um wieder an seine Mails zu kommen, hat man sich auf Knien zum Admin-Nerd zu begeben, um ein Kaffee-Opfer zu bringen und die Messe in Form der „die Welt ist so böse und will mein System knacken“-Litanei zu hören. Erfolgreich überzeugt braucht der Admin-Nerd nur drei kurze aber rasante Wirbel auf der Tastatur, um nach dem Fehler zu „greppen“, die Konfiguration anzupassen und den passenden „Daemon“ neu zu starten. Für ihn ein Kinderspiel.

Consulting-Nerd

nerd typen„Wir modellieren mit BPML die Geschäftsprozesse, die wir als Services über eine SOAP-API und WSDL integrieren und in der n-Tier-Architektur über EJB-Container an das SAP anbinden. Bingo!“

Consulting-Nerds haben viel Zeit in Meetings mit dem Management diverser Unternehmen verbracht. Daher rührt auch das Faible für Buzzwords und die Eigenheit, kompletten Mist mit „histrisch gewachsen“ nett zu umschreiben. Der Consulting-Nerd ist der einzige unter den Nerds, der die Früchte seiner Arbeit nicht als persönliches „Baby“ hegen und pflegen möchte, sondern nach der Konzeptionsphase zum nächsten Projekt springt. In der abschließenden Powerpoint-Präsentation werden dabei die hässlichen Details der Umsetzung in einer einzigen Zahl aggregiert: den geschätzten Manntagen bis zur Fertigstellung.

Die ganz besondere Fähigkeit des Consulting-Nerds ist neben dem technischen Können die Begabung, mit der gefürchteten „Fachabteilung“ umzugehen. Dafür wird er verdientermaßen königlich entlohnt und pfeift abends fröhlich „heute hier, morgen dort“ auf dem Weg zum Aufzug.

Ex-Nerd

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„Manchmal würde ich schon gerne noch Code schreiben. Aber in meiner Position darf ich mich einfach nicht in solchen Details verheddern.“

Der Ex-Nerd hat nach Jahren der Existenz als „Gehirn mit Anhang“ endlich geheiratet, Schulden für ein Häuschen im Grünen aufgenommen und gelernt, eine Krawatte zu binden. Jetzt entwickelt er nicht mehr Software, sondern nennt sich Manager. Die Laune des Ex-Nerds ist direkt abhängig von der „Fieberkurve“: der Anzahl Release-kritischer Bugs für sein Projekt, die jeden Morgen auf dem Flipchart gegenüber seines Schreibtischs abgetragen wird.

Obwohl es ihn manchmal echt in den Fingern kitzelt, seine „mad skillz“ im Umgang mit Compiler-Makros vorzuführen, hält er sich vornehm zurück. Sein Job ist es immerhin, dafür Sorge zu tragen, dass alle Mitglieder seines Teams ständig produktiv arbeiten können. Also muss er die Features im Pflichtenheft abstimmen, Aufwände schätzen und Einsätze planen. Immerhin ist es schwer eine Kathedrale zu bauen, wenn sich noch ständig der Grundriss ändert. Zu seinem Leidwesen gibt es „immer“ Änderungen, die seine Pläne wieder zunichte machen. Dazu kommt, dass es einfacher ist, einen Sack Flöhe zu hüten als ein Team von leicht spleenigen Nerds.

Hardcode-Nerd

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„Verarbeitet im laufenden Betrieb Kaffee zu Quellcode.“

Beim Programmieren gibt es wie in den Kampfkünsten vielerlei „Schulen“, um auf verschiedenem Weg das selbe Ziel zu erreichen. Und der Code-Nerd ficht heilige Kriege aus, um die Welt von seiner präferierten Programmiersprache, Editor oder Versionsverwaltung zu überzeugen. Der Code-Nerd betrachtet es als große Begabung, das Gefühl für Raum und Zeit zu verlieren. Hat er sich so in sein aktuelles Problem versenkt, „denkt er in Code“ und man könnte locker einen Topf Geranien auf seinem Kopf abstellen, ohne bemerkt zu werden. Diesen Zustand der tiefsten Konzentration und höchster Produktivität nennt er den „Flow“.

Um möglichst lange im Flow zu bleiben, tut der Code-Nerd alles, um Kontext-Wechsel, also Ablenkung, zu vermeiden. Telefon abstellen. Pizza vom Lieferservice vor dem PC essen. Im Büro den Kapuzen-Pullover über den Kopf ziehen. Oder am allerbesten …sich in seine gebaute Denkumgebung aus Büchern, Matrix-Postern und angesammeltem „Gear“ einmummeln.

IT-Girl

nerd typen„Über Einhörner werden keine Witze gemacht! Sonst programmier ich euch an die Wand, da habt ihr keinen Spaß mehr.“

Die IT-Girls – auch liebevoll „Haecksen“ (weiblicher Hacker) genannt – haben ihre ganz eigene Kategorie verdient. Geplagt von den ungelenken Anbandelungsversuchen ihrer männlichen Kollegen haben sie es geschafft, sich durchzusetzen und der Welt zu zeigen, was eine programmierte Harke ist. Ein wiederkehrendes Muster bei IT-Girls ist eine Vorliebe für Einhörner und häufig wechselnde Haarfarben. Neben den natürlich besseren sozialen Fähigkeiten haben die IT-Girls einen knallhart rationalen Modus. Ist der angeknipst, hat sich schon so manch erfahrener Nerd erstaunt in der Situation wiedergefunden, dass ein Mädel munter schäkernd mental an ihm vorbei zieht. Für Nerds eine ernüchternde Erfahrung. Und gleichzeitig saumäßig cool.

Mobile-Nerd

nerd typen„Ich hab als erster getwittert, dass bei Starbucks wieder das WiFi ausgefallen ist.“

Mobile-Nerds sind mächtig cool. Im Gegensatz zu den anderen Nerds ist Coolness auch ihr Kapital. Sie sind super vernetzt, kennen alles und haben immer alles als erste. Vor allem haben sie auch immer als erste eine Meinung. Die wird dann Realtime der Welt mitgeteilt. Und weil die Welt den Mobile-Nerds glaubt, ist ihre Meinung über die Dinge, die sie als erste haben, super wichtig.

Wenn der Mobile-Nerd Code schreiben kann, baut er ab und an auch mal selber eine App für die Dinge, die er als erster hat. Oder eine tolle Webseite. Oder er kennt einen in Indien. Der baut die dann für ihn. Und weil ihn so viele Leute so super kennen, gibt es auch ganz viele Leute, die darüber berichten. Und dann kaufen die Leute die super App vom Mobile-Nerd. Und weil der Mobile-Nerd mal in einem Coffee-Shop ein super Buch von Dieter Rams gelesen hat, sieht die App auch ganz toll aus und verkauft sich super gut. Super super …super.

Gaming-Nerd

nerd typen„Das Leben hat zwar eine beschissene Handlung, aber geile Grafik!“

Wir unterscheiden zwischen zwei Sorten von Gaming-Nerds: Solchen, die über obsessives Spielespielen angefangen haben, in ihrer eigenen Realität zu leben. Und solchen, die über obsessives Spieleentwickeln angefangen haben, in ihrer eigenen Realität zu leben. Und in dieser Realität zählt nur eine Währung: Skill. Die Grundvoraussetzungen dafür, mentale Geschwindigkeit und sehr sehr viel Training, wären eigentlich ideal, um eine „richtige“ Karriere zu starten. Nur verursacht Spielespielen/-entwickeln soviel Adrenalinausstoß, dass manche einfach dabei bleiben.

Klamottenmäßig erkennbar sind sie an T-Shirts mit Videospiel-Charakteren und Retro-Superhelden wie Mario, Sonic oder Crash Bandicoot. Alternativ gehen auch Shirts mit Aufdrucken von Sponsoren oder der letzten Gameing Convention. Zum Glück gibt es mittlerweile einige Gaming-Nerds, die damit ihr Leben finanzieren können. Das dient ihnen dann auch immer als Ausrede bei Muttern. Gaming-Nerds wird zudem nachgesagt, sie hätten ADS. Das kann gar nicht sein. Wie sonst könnten sie sonst drei bis vier Stunden am Stück hochkonzentriert an einem Bildschirm …oh da hinten, ein Eichhörnchen!

Security-Nerd

nerd typen„Vertraue niemandem, nicht einmal mir.“

Der Security-Nerd will Angreifern immer eine Nasenlänge voraus sein: Das ist seine große Leidenschaft. Security by Obscurity liegt ihm nicht, sondern er versteht genau, warum seine Sicherheitsmechanismen welchen Hackerangriffen standhalten. Mit einem Freudentanz feiert der Security Nerd die Sicherheit seiner Systeme, wenn die Medien wieder einmal über gestohlene Kreditkartendaten oder StuxNet-Angriffe auf Steuerungssysteme berichten. Logbuch: Heute wieder erfolgreich DDoS et cetera abgewehrt.

Engine-Nerd

nerd typen„Wer andern eine Bratwurst brät, braucht ein Bratwurstbratgerät!“

Der Engine-Nerd entwickelt Dinge, die man anfassen kann. Zum Beispiel einen Hybrid-Motor. Oder einen MP3-Player. Oder einen Satelliten. Für den Engine-Nerd ist ein Auto nicht nur ein Haufen Metallteile in Öl. Er sieht hinter die Fassade und hat den ultimativen Röntgenblick in die Black-Boxes, die wir täglich benutzen. Alles ist ein System. In Metall geronnene Ideen, strukturiert über Abstraktionen und Schnittstellen.

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Um seinem Faible für Exaktheit und genaueste Dokumentation stets gerecht zu werden, muss ein Engine-Nerd mindestens drei Kugelschreiber mit sich führen. Er steckt die Stifte in die Hemd- oder Sakkotasche oder in die Spirale seines Schreibblocks. So entkommt ihm kein genialer Gedanke und kein Dokument seinen metikulösen Anmerkungen. Denn der Engine-Nerd weiß, dass sich sein Perfektionismus auszahlen wird. Entgegen allen Unkenrufen will er schaffen, was niemand für möglich hielt. Um so mehr wurmt es ihn, wenn Extrovertierte aus seinem Werk Erfolge schöpfen, die er so nicht erreicht hätte. Doch zum Glück gibt es ja Patente. ;-)

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