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Mit Konferenzen ist es immer schwierig, denn allen kann es nie recht gemacht werden – vor allem nicht, wenn eine von Deutschlands größten Web-Konferenzen nach vielen Events in Hamburg seine Premiere in Berlin gibt. Um es vorweg zu nehmen: Die Next10 war eine gelungene Konferenz, auch wenn es kleinere Makel gab.

„Verdammt leckeres Catering“ war von vielen der Besucher zu hören. Bei Windbeuteln, Erdbeeren, Muffins, Spargel oder Hechtfilet ließ es sich angenehm netzwerken. Schließlich war fast die ganze Internet-Branche zugegen und traf auf Vertreter aus Medien, Journalismus und Werbung. Das Netzwerken war es auch, was die Next ausmachte. Die Stimmung war sehr ausgelassen und viele Leute konnten auf überschaubarer Fläche getroffen werden. Bei der Fläche selbst schieden sich die Geister: Die einen vermissten Hamburg, die anderen fanden die Station in Berlin pitoresk.

Thematisch ging es um „Game Changers“ in diesem Jahr. Sieht man einmal über den unschönen Anglizismus hinweg, durchaus ein interessantes Motto. Schade nur, dass die Next selbst keine wirklichen Game Changer an den Start brachte. Am ersten Tag lautete das Feedback des Publikums durchweg, dass die Speaker-Auswahl langweilig und unspektakulär sei – besonders nachdem klar wurde, dass mit Foursquare-Gründer Dennis Crowley einer der spannensten Speaker abgesagt hatte. Tag zwei wusste da eher zu überzeugen, besonders Brian Solis begeisterte die Zuschauer und mit Cindy Gallop war auch eine weibliche Vertreterin unter den Top-Speakern.

Gerade bei Tickets von bis zu 940,14 Euro wären interessantere und ungewöhnlichere Speaker wünschenswert gewesen. Zu vieles hatte man in dieser Form schon einmal gesehen und auch die ausstellenden StartUps hatten folglich wohl eher einen überschaubaren Nutzen von ihren Ständen. Neben unmotiviert hingepflanzten Sitzbänken von der Scout- oder der VZ-Gruppe wirkten die Zwei-Quadratmeter-Stände teilweise verloren. Doch interessanterweise störte all dies gar nicht mal so sehr, war doch die Stimmung gut und viele interessante Gäste zugegen. Zum Netzwerken war die Next10 exzellent, wozu jedoch ein Tag gereicht hätte, insbesondere nachdem die für Tag zwei versprochene Party mehr ein Restetrinken wurde, während Handwerker schon die Konferenz demontierten.

Dennoch: Insgesamt eine schöne Next10, wenn auch keine herausragende. Gründerszene gibt der Next10 daher die folgenden Schulnoten:

Veranstaltungsort 2
Speaker 4
Gästeliste 2+
Stimmung 2+
Preis 4
Organisation 2-
Innovationscharakter 3
Catering 1

Hier ein paar von Sian-Ru Lai und Olga Giechel eingefangene Impressionen der Next10: