Wanja Sören Oberhof, Gründer und CEO von Newscase

Die Berliner News-App Niiu agiert ab sofort unter dem Namen Newscase. Der Grund für die Umbenennung liege in der Internationalisierung, die das Unternehmen noch im zweiten Quartal 2015 angehen wolle. Das Fantasiewort „Niiu“ sei besonders im angelsächsischen Raum schwer vermittelbar und auch in Deutschland habe es immer wieder Schwierigkeiten mit Schreibweise und Aussprache gegeben. heißt es vom Unternehmen.

Für die internationale Expansion will Newscase vor allem UK angehen, hierzu konnte bereits die englische Trinity Gruppe mit rund 30 Lokalzeitungen als Partner gewonnen werden. Weiterhin seien die skandinavischen Länder sowie Italien und Brasilien für eine Internationalisierung interessant.

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Neben der Umbenennung gibt es noch weitere Änderungen: Künftig fokussiert sich das Berliner Unternehmen vor allem auf Smartphone-Nutzer. Bislang konnte die App nur über das iPad genutzt werden, ab sofort gibt es die Anwendung auch für das iPhone. Auch eine Android-Version soll noch in diesem Jahr folgen, allerdings habe das Unternehmen nach eigenen Angaben die Entwicklung für iOS vorgezogen, da es hier potenziell mehr zahlungsbereite Kunden gebe.

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Auch das Zahlungsmodell ändert sich: Premium-Nutzer zahlen nur noch knapp zehn Euro für den Dienst, statt zuvor 15 Euro. Man habe sich dabei an Spotify orientiert, so das Unternehmen. Free User können künftig zudem die gleichen Features nutzen wie Premium-Nutzer, allerdings werden ihnen nur die Inhalte angezeigt, die im Internet frei verfügbar seien. Premium-Nutzer hingegen haben Zugang zu Bezahl-Content aus Internet und Zeitungen der kooperierenden Verlage, zu denen unter anderem Burda, Axel Springer, Gruner + Jahr und Washington Post gehören.

Nach eigenen Angaben ist die Newscase GmbH noch nicht profitabel. Die Gesamtzahl der Nutzer der iPad-Version der News-App bewegen sich nach Unternehmensangaben im fünfstelligen Bereich. „Da wir mit dem Launch unserer Smartphone-App nun in einen wesentlich größeren Markt gehen, rechnen wir aber mit einem deutlichen Zuwachs – auch an zahlenden Nutzern“, so Wanja Sören Oberhof, Gründer und CEO von Newscase gegenüber Gründerszene. Im Free-Bereich verzeichne das Unternehmen ein großes Wachstum, hier monetarisiert sich Newscase bereits über Werbung.

Von der Print-Tageszeitung zum digitalen Produkt

Das Unternehmen wurde 2007 gegründet und war zunächst eine aggregierte Print-Tageszeitung mit individuell zusammenstellbaren Inhalten. 2011 wurde das Projekt eingestampft, ein Jahr später erfolgte der Neustart und der Umschwenk zu einem digitalen Produkt. Im Juli 2014 erhielt Newscase eine ProFIT-Förderung der Investitionsbank Berlin (IBB), zudem gab es von den Altinvestoren eine Kapitalerhöhung – zusammen „etwas über eine Million Euro“. Im Januar 2015 gab es eine weitere Änderung der Gesellschafterstruktur: Oberhof steckte nochmals Geld in sein Unternehmen und hält nun nach eigenen Angaben über 50 Prozent der Anteile.

Bild: Newscase