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Hongkong: Hier gründete Richard Li 1993 die Pacific Century Group

Pacific Century Group investiert in Nova Founders

Nova Founders, der 2012 von Ex-Rocket-Mitarbeitern gegründete Inkubator, bekommt eine Finanzspritze aus Hongkong: Die Pacific Century Group (PCG) investiert 50 Millionen US-Dollar. Hinter PCG steht der milliardenschwere Telekom-Unternehmer Richard Li, Sohn von Li Ka-shing, dem laut Forbes reichsten Mann Asiens.

Künftig will sich Nova Founders auf das FinTech-Segment, also moderne Finanzdienstleistungen, fokussieren, erklärt Mitgründer Raphael Strauch gegenüber Gründerszene. Auf drei Arten soll das passieren: Mit dem frischen Kapital werde sein Inkubator neue Startups gründen, in bestehende Unternehmen investieren oder auch Firmen zukaufen. Bislang hatte sich Nova Founders insbesondere mit der eigenen Glasses Group, einem Online-Versand für Brillen, eher im E-Commerce aufgehalten, auch eine Digitalmarketing-Agentur befindet sich im Portfolio. „Aus diesen Bereichen kommen wir bei Rocket Internet“, erklärt Strauch. An insgesamt 22 Firmen habe sich Nova Founders bisher beteiligt.

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Nun soll das Portfolio wachsen. Derzeitiger Hoffnungsträger ist ein Vergleichsportal für Finanzdienstleistungen, die Compare Global Group. Das Konzept lehnt sich sehr stark an das von Check24 an, gibt Strauch zu, in Großbritannien bestehe ein weiteres Vorbild: „Das Geschäftsmodell hat sich spätestens mit dem IPO von Money Supermarket bewiesen“, so der Nova-Mitgründer weiter. Seit 2007 ist der britische Anbieter börsennotiert, nach einem Kursabsturz nach dem IPO hat sich der Kurs von Money Supermarket langsam aber stetig wieder erholt.

FinTech hält Strauch für einen der großen Märkte der näheren Zukunft, eine Einschätzung, die viele teilen. „Das Geschäft skaliert besser als zum Beispiel E-Commerce“, sagt Strauch. Und: „Banken und Versicherungen gehören in fast jedem Land zu den größten Unternehmen. Aber sie machen wenig Neues. Darin liegen viele Möglichkeiten, ein Milliardenunternehmen aufzubauen.“ Entsprechend unbescheiden formuliert er seine Mission: „Unser Anspruch ist es, die weltweit größte FinTech-Gruppe zu werden und unsere Unternehmen schnell zur Profitabilität zu bringen.“

Angst vor Wettbewerbern habe er kaum, sagt Strauch. Auch nicht vor den Samwer-Brüdern, die sich mit Rocket-Internet-Unternehmen wie Lendico, Zencap, Paymill oder Payleven längst im FinTech-Bereich aufgestellt haben. „Wir werden komplexere Modelle machen, als Rocket es kann.“ Die berüchtigte Umsetzungsmaschinerie des Berliner Inkubators funktioniere bei Finanzdienstleistungen nicht, ist er überzeugt.

Stattdessen müsse man gute Beziehungen zu den Anbietern aufbauen und ein gutes Verständnis für das Geschäft haben. Und das besitze er, ursprünglich kommt der Nova-Co-Chef von Goldman Sachs. Sein Mitgründer Mads Faurholt-Jorgensen hat seine Wurzeln bei McKinsey. Und vom Vorbild Money Supermarket habe man den ausgestiegenen Mitgründer Stuart Glendinning für die eigenen Vorhaben „reaktiviert“.

Ob Nova Founders auch nach Deutschland kommt? Vielleicht, sagt Strauch, man prüfe das gerade. Das Klima für Entrepreneure jedenfalls stimme derzeit. Der Company Builder hat bislang Büros in sieben asiatischen Ländern sowie in Großbritannien, Dänemark und Mexiko. 2015 soll auch eine Niederlassung im Silicon Valley folgen.

Mitarbeit: Niklas Wirminghaus; Bild: © panthermedia.net / Leung Cho Pan