Marco Boerries

NumberFour-Gründer Marco Börries

NumberFour: 38 Millionen für Business Software

Man kann es Marco Börries im Gesicht ablesen: Der Star-Division-Gründer hat große Hoffnungen für sein jüngstes, sein bislang viertes Projekt. Hinter NumberFour (www.numberfour.eu) – der Name soll sich noch ändern – verbirgt sich eine Small-Business-Software. Was der Serienunternehmer als kleinen Appetithappen dann auf iPhone und iPad demonstriert, wirkt dabei für eine Unternehmenssoftware recht intuitiv und gut durchdacht. Da seit der Gründung vier Jahre ins Land gegangen sind, darf man das wohl auch erwarten. Genaue Details zum Funktionsumfang und zur Funktionsweise will er dann allerdings doch nicht öffentlich machen.

Allem Anschein nach hat Börries seine Begeisterung auch den Investoren vermitteln können. Stattliche 38 Millionen US-Dollar stecken diese nun in sein Software-Unternehmen – und das schon vor dem eigentlichen Marktstart. Das ist für europäisches Niveau alles andere als ein kleiner Scheck und hierzulande wohl fast einmalig. Zum Vergleich: Der Musikdienst Spotify hatte 2008 in seiner „Series A“-Runde 21,6 Millionen US-Dollar erhalten, beim finnischen Angry-Birds-Entwickler Rovio waren es 2011 spektakuläre 42 Millionen US-Dollar.

Namhafte Investoren

Angeführt von Index Ventures (www.indexventures.com), dessen Einstieg bei NumberFour bereits vor fast genau zwei Jahren bekannt wurde, gehören zu den Geldgebern unter anderem der US-Investor Allen & Company, der Telekom-Beteiligungsarm T-Venture (www.t-venture.de), Sun-Microsystems-Mitgründer Andreas von Bechtolsheim, der frühere Yahoo-Gründer Jerry Yang, sowie die Business Angels Klaus Hommels (ebenso dessen Fonds Lakestar) und Lars Hinrichs. Geht man davon aus, dass Börries den Großteil der Anteile selbst behalten hat, dürfte die Bewertung bereits im dreistelligen Millionenbereich liegen. Die Erwartungshaltung der Investoren ist also unglaublich hoch. Übrigens: Bei seinen bisherigen Unternehmungen hatte Börries auf VC-Geld weitgehend verzichtet, auch weil es so etwas zumindest in der heutigen Form kaum gab.

Die Geldgeber sind zum Teil alte Bekannte des Serienunternehmers. Andreas von Bechtholsheim hat Börries über den Exit seiner Star Division, die mit Star Office die Grundlage für das bekannte OpenOffice geliefert hat, an Sun Microsystems kennengelernt. Bei dem US-Techriesen war der Deutsche danach auch eine kurze Zeit beschäftigt. Ähnlich verhält es sich mit Jerry Yang: VerdiSoft, sein drittes Unternehmen – zwischenzeitlich hatte Börries die Homebanking-Softwareschmiede StarFinanz an die Sparkassenorganisation abgegeben –, hatte er an Yahoo verkauft und dort ebenfalls eine Weile gearbeitet. Index-Partner Simon Levene war gleichzeitig mit Börries bei dem Internetriesen beschäftigt.

Kleine Unternehmen im Fokus

Mit NumberFour arbeitet Börries und sein 40-Mann-Team seit nunmehr vier Jahren an einer Plattform insbesondere für kleine Unternehmen. Von Produktivitäts-Tools über Kommunikationswerkzeuge, Hilfsmittel für die Bereiche Sales, Produktion, Einkauf oder Versand aber auch Finanzen und bis hin zu Reservierungsfunktionen soll das Angebot reichen. Und das sowohl für Online- wie auch Offline-Unternehmen.

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Sein großes Ziel ist ambitioniert: In zehn Jahren sollen die Mehrheit der kleinen Betriebe in aller Welt – nicht nur Startups, wie Börries betont – die gleichen technischen Möglichkeiten besitzen, wie sie heute großen E-Commerce-Schwergewichten á la Amazon zur Verfügung stehen. „Zwei Clicks und jedes kleine Café kann ein Treueprogramm wie Starbucks haben.“ Jeder einzelne Prozess beziehungsweise seine technische Abwicklung sei in der Software, die allem Anschein nach fortgeschritten aber noch nicht ganz fertig ist, möglichst simpel umgesetzt worden, wirbt Börries: „Es musste etwas sein, das die Kunden jeden Tag nutzen, so wie sie Google jeden Tag nutzen.“

Mit dem Segment für Business-Software hat sich der Unternehmer mit NumberFour einen durchaus interessanten Markt ausgesucht. Zum einen birgt er erhebliches Potenzial, zumal sein Unternehmen von Beginn an international ausgerichtet zu sein scheint. Zumindest deutet die Präsenz in Kalifornien darauf hin. Der Sitz von NumberFour ist in Berlin, Büros hat das Unternehmen in Hamburg und Palo Alto. Für wie viele der spekulierten 200 Millionen potenziellen Kunden weltweit die Software tatsächlich interessant sein kann, wird in erster Linie davon abhängen, wie viel Mehrwert und Komfort sie über bestehende Lösungen bietet.   weiter…

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