matt cooper odesk

Odesk plant deutsche Lokalisierung der Plattform

Odesk (www.odesk.com), die nach eigenen Angaben weltweit größte Vermittlungsplattform für Freelancer und Selbstständige, drängt in den deutschen Markt. Der Zeitpunkt scheint günstig, herrscht doch beim deutschen Marktführer im Online-Outsorcing, Twago, gerade etwas Uneinigkeit über die weitere Unternehmensstrategie. Zu Odesks 500.000 Kunden gehören größtenteils Startups, zu denen auch internationale Schwergewichte wie Pinterest oder Dropbox zählen. Insgesamt haben sich derzeit etwa 3,1 Millionen Freelancer auf der Plattform registriert.

In Deutschland sieht es dagegen noch relativ dünn aus: Das bekannteste Unternehmen ist die Ferienwohnungs-Suchmaschine BestFewo. Und es sind bisher auch nur etwas mehr als 5.000 registrierte Freelancer. Deshalb ist Matt Cooper, bei Odesk fürs Auslandgeschäft zuständig, Ende April im Rahmen der Next-Konferenz erstmals nach Berlin gereist, um von dort aus die deutsche Startup-Szene für sich zu gewinnen.

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„Die deutsche Lokalisierung steht als nächstes an“, sagt er im Interview mit Gründerszene, in dem er auch über die Zukunft des Crowdsourcing als Modell für die Arbeitswelt spricht – das sogenannte „online staffing“ oder „cloudworking“.

Natürlich sieht er die ganze Entwicklung sehr positiv, jüngst hatte auch der Economist einen Analyse-Artikel veröffentlicht, in dem ein Wachstum der Branche bis 2018 auf einen Gesamt-Jahresumsatz von fünf Milliarden US-Dollar prognostiziert wird. 2012 wurde für outgesourcte Online-Arbeit bereits eine Milliarde US-Dollar weltweit ausgegeben.

Positives Bild in eigener Studie

Auch eine eigene in Auftrag gegebene Studie mit mehr als 3.000 internationalen Freelancern zeichnet ein positives Bild. So war etwa ein Ergebnis, dass 72 Prozent der Befragten, die sich derzeit noch in „normalen“ Angestelltenverhältnissen befinden, gerne kündigen würden, um völlig unabhängig zu sein; 61 Prozent planten dies in den nächsten zwei Jahren. Auf solche Freiheitssuchende baut Odesk, genau wie sein deutscher Konkurrent Twago oder das jüngst vom Business-Netzwerk Xing gestartete „Xing Projekte“.

Doch nicht alle glauben an eine goldene Zukunft der selbstständigen Arbeitnehmer, die in Online-Arbeitsnetzwerken ihre Brötchen verdienen. So äußerte sich Anfang des Jahres die Dienstleistungsgesellschaft Ver.di in einem Positionspapier äußerst kritisch und warnt vor negativen volkswirtschaftlichen Auswirkungen.

Odesk kann das erst einmal egal sein, denn die Firma sieht sich als reiner Vermittler, der keinen Einfluss auf die angebotenen Stundensätze der Freelancer nimmt. Deshalb sei, so sagt es Cooper sinngemäß, jeder seines eigenen Glückes Schmied.