„Oh Gott, wir werden nur Fehler machen! Weiter machen.“

Seriengründer und Investor Oliver Thylmann hat keine Angst vor Herausforderungen. Nach seinem Ausstieg bei Adcloud im Jahr 2013, das 2011 von der Deutschen Post übernommen wurde, gründete er mit Henning Lange und Timo Derstappen das nächste Unternehmen: Catalyst Zero will anderen Firmen in der Software-Entwicklung, beim Projekt Management oder bei allgemeinen Wachstumsthemen helfen – zusätzlich suchen die drei Gründer nach einer Idee für ein neues eigenes Unternehmen. Und sie bauen an einer Micropayment-Spenden-App, die den Hunger in Afrika bekämpfen soll.

Steve Jobs sagte: „Stay hungry, stay foolish.“ Wie verrückt willst du 2014 sein?

Wir bauen mit zwei Experten der Vereinten Nationen eine Fundraising-Plattform, um den Hunger bei afrikanischen Kinder zu bekämpfen. Die Idee: Mit Hilfe einer App können Nutzer Mahlzeiten spenden. 0,25 Dollar kostet ein Essen für ein hungerndes Kind. Beim Abendessen, im Restaurant oder auch nur zwischendurch, kann also jeder mit einem schnellen Klick und einem Dollar vier Kindern in Afrika ein Essen spendieren. Das Geld geht dann an das World Food Programme der Uno, das sich um die Verteilung der Lebensmittel kümmert.

Daneben haben wir uns für unser eigenes Business vorgenommen, den Mittelstand genauer zu verstehen und uns nicht in unserer Online Echo Chamber zu verlieren. Diese „Old Economy“ ist in Deutschland riesig und nach den noch nicht gehobenen Potenzialen wollen wir erstmal suchen.

„The best way of learning about anything is by doing“, sagt Richard Branson. Was willst du 2014 ausprobieren, um zu lernen?

Was hat das mit 2014 zu tun? „If you don’t like change, you’re going to like irrelevance even less“ – General Eric Shinseki, Chief of Staff, U.S. Army. Wir müssen konstant lernen und das geht am besten durch tun. Wir hatten sogar kurz überlegt, ob wir nicht einen Bauernhof pachten wollen, um die Landwirtschaft besser zu verstehen. Erstmal bleibt es jetzt doch bei Quantified Self Gadgets und Bitcoin Investments :)

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Tesla-Chef Elon Musk meint: „Failure is an option here. If things are not failing, you are not innovating enough.“ Welche Fehler könntest du 2014 machen?

Wir sind getriebene und sehr begeisterungsfähige Menschen. Wir könnten uns zu schnell für Sachen begeistern und lassen uns nicht genügend Zeit, um die „richtige“ Idee zu finden. Oder wir warten zu lange und reden alles kaputt. Oder … Oh Gott, wir werden nur Fehler machen! Weiter machen.

„You don’t need to be based in Silicon Valley to be a successful large company“, sagt Aaron Levie von Box. Warum ist die Stadt, in der dein Startup ist, genau die richtige?

Wir haben einen Flughafen, oder sogar zwei, die größer sind als meine Badewanne – und in Betrieb. Im Umkreis von einer Autostunde sind hier mehr Menschen, mehr Unis, mehr Firmen, mehr irgendwas als irgendwo anders in Deutschland. Schon im Mittelalter war Köln eine der wichtigsten Handelsrouten.

Googles Eric Schmidt sagt: „I still believe that sitting down and reading a book is the best way to really learn something.“ Welches Buch sollten Unternehmer 2014 lesen?

Dee Hock: „Birth of the Chaordic Age“, Robert Harris: „The Fear Index“, Scott Berkun: „A Year without Pants“

Bild: Oliver Thylmann