Frau mit Paket

Auf dem Weg zur Arbeit schnell noch ein Paket abholen und zustellen? Packator will daraus ein Geschäft machen.

Reisende, Pendler, Studenten: Mit ihrer Hilfe will Packator aus Berlin seine Vorstellung von einer unkomplizierten Paketaufgabe wahr werden lassen. Die Boten sollen Pakete von Auftraggebern auf Strecken mitnehmen, auf denen sie sowieso unterwegs sind. Ein Päckchen soll etwa abgeholt und an seinen Bestimmungsort gebracht werden, wenn der Laien-Kurier gerade auf dem Weg zur Uni ist.

Der Kunde gibt seine Anfrage per App auf. Im Hintergrund sucht die sogenannte Packator Engine, der Vermittlungsalgorithmus, einen passenden Boten fürs Paket, damit der Fußgänger kein Klavier transportieren muss. Die App informiert den Boten über Aufträge in der Nähe oder auf dem Weg, die er annehmen kann. Die Boten arbeiten als Freelancer für das Startup. Das Besondere: Der Auftraggeber muss sich nicht die Mühe machen, die Lieferung in einen Karton zu stecken. Packator nimmt sie auch unverpackt entgegen.

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Bei Aufträgen bis 18 Uhr sollen die Packator-Zusteller in Berlin noch am selben Tag ausliefern. Für den europa- und weltweiten Versand arbeitet Packator mit den üblichen Logistikpartnern zusammen. Je nach Paketgröße kostet der Versand innerhalb Berlins zwischen zehn und 20 Euro. Dieselbe Preisspanne gilt für Europa. Bis zu 120 Euro werden beim weltweiten Versand fällig.

Bis es soweit ist, wird es allerdings noch einen Moment dauern. Zwar kann man Packator derzeit bereits über eine Web-Version nutzen. Das eigentliche Produkt, die App, soll laut Mitgründer Michael Walser aber erst Ende Januar kommen.

Michael Walser

Packator-Mitgründer und Geschäftsführer Michael Walser

Walser betont, dem Unternehmen ginge es in erster Linie darum, das Verschicken von Paketen einfacher zu machen. So müsse der Kunde kein Verpackungsmaterial kaufen und nicht zur Post gehen. Der Fokus liege nicht vorrangig auf Same Day Delivery. „Wir konzentrieren uns auf die erste Meile des Versandprozesses“, so Walser. „Wir wissen, wie anstrengend es sein kann, Pakete auf den Weg zu bringen. Das wollen wir radikal vereinfachen.“

Die Packator GmbH gibt es seit November. Neben Michael Walser ist auch Dejan Jocic als Geschäftsführer eingetragen. Walser ist bereits länger in der Startupzene aktiv, gründete etwa den Studenten-Rabattclub Allmaxx. Jocic war vor gut zehn Jahren für kurze Zeit Geschäftsführer von Pro7 Deutschland. Gründungsgesellschafter von Packator ist zudem der Rechtsanwalt und Investor Malte Iversen.

Hinter der Packator GmbH steht insgesamt ein sechsköpfiges Team, außerdem Investoren und internationale Business Angels. Eine Seed-Runde im nach eigenen Angaben niedrigen siebenstelligen Bereich schloss das Unternehmen Anfang Oktober ab.

Mit Crowdsourcing beim Paketversand experimentiert der deutsche Logistikriese DHL bereits seit einiger Zeit: Über die Plattform MyWays können Empfänger freie Amateur-Boten damit beauftragen, ihre Pakete bei Service-Punkten von DHL abzuholen.

Die Lieferung am selben Tag will unter anderem auch Liefery realisieren. Bei Amazon kommen einige Artikel auf Wunsch bereits per Express-Lieferung am selben Abend. Ebay startete Ende letzten Jahres gemeinsam mit DHL ein Same-Day-Pilotprojekt.

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