Eigentlich hat Pavel Durov schon genug Probleme: Sein Messenger-Dienst Telegram wird seit Tagen kritisiert, weil Dschihadisten des IS ihre Propaganda auch über die Berliner App verbreiteten – erst gestern Abend reagierte das Unternehmen und sperrte zumindest die öffentlichen IS-Kanäle.

Durov steht nun aber auch persönlich in der Kritik – wegen eines höchst unpassenden Kommentars zu den Anschlägen von Paris. Auf Instagram (siehe unten) postete der aus Russland stammende Gründer ein Bild von sich vor der Kulisse der französischen Hauptstadt, mit dem er der Opfer der Anschläge gedenken wollte. So weit, so angebracht.

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Doch dann schob Durov eine „Erklärung“ für die Ursachen des Terrors nach, mit der er sich vom gesunden Menschenverstand so weit entfernte wie nur irgendwie möglich.

Er nämlich sei überzeugt, dass die französische Regierung genauso viel Verantwortung für die Anschläge trage wie der sogenannte Islamische Staat. Wie bitte? „Weil es ihre Politik und Sorglosigkeit ist, die schlussendlich zu der Tragödie geführt hat. Sie nehmen den hart arbeitenden Menschen Frankreichs das Geld mit unerhört hohen Steuern weg und geben es aus, indem sie unnütze Kriege im Nahen Osten führen und parasitäre Sozialparadiese für nordafrikanische Immigranten schaffen. Es ist eine Schande, Paris in den Händen dieser kurzsichtigen Sozialisten zu sehen, die diesen schönen Ort ruinieren. Ich hoffe sie und ihre Politik gehen für immer weg und diese Stadt wird erneut in ihrer vollen Herrlichkeit strahlen – sicher, reich und schön.“

Es gibt viele Gründe, warum sich Gründer auf ihr Kerngeschäft konzentrieren sollten, auf Tätigkeiten, von denen sie wirklich etwas verstehen. Pavel Durov hat gerade einen weiteren geliefert. Oder, in Abwandlung eines bekannten Spruchs: Wenn man keine Ahnung hat (und offenbar auch kein Mitgefühl) – einfach mal nichts auf Instagram posten.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von TechCrunch