Die Lobby des PayPal-Hauptsitzes in San Jose, Kalifornien

Stellenkürzungen sollen PayPal fit für den IPO machen

Etwa zehn Prozent aller PayPal-Mitarbeiter in Deutschland werden ihre Stelle verlieren – dies wurde Gründerszene aus dem Unternehmensumfeld zugetragen. Gestern gab Ebay, Mutterkonzern von PayPal, intern bekannt, wer seinen Hut nehmen muss. Auf Anfrage von Gründerszene wollte eine PayPal-Sprecherin die zehn Prozent weder bestätigen noch dementieren: „Ich weiß nicht, woher diese Zahl kommt“. Auch zu den Standorten, an denen die Mitarbeiter gekündigt werden sollen, wollte sie keine Angaben machen.

Eine Ebay-Sprecherin schrieb auf Nachfrage, man wolle „die Zahlen nicht weiter regional oder nach Geschäftseinheiten“ herunterbrechen. In Deutschland sind bei Ebay etwa 1.000 Mitarbeiter angestellt, wie viele davon für PayPal arbeiten ist nicht klar. Der Bezahldienst gab zuletzt Anfang 2013 bekannt, allein das Kundenservice-Team auf 500 Mitarbeiter in drei deutschen Städten aufstocken zu wollen.

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Die Stellenkürzungen finden bei PayPal weltweit unter anderem in dem Sales- und Produktbereich statt, der Restaurants und kleine Geschäfte als Kunden gewinnen soll, wie Recode berichtet. Demnach sei es Paypal nicht gelungen, die Zahlungsmethode außerhalb des Webs zu etablieren. Der Fokus solle nun wieder auf das Kerngeschäft gelegt werden.

Vor noch nicht einmal zwei Wochen verkündete Ebay, dass der Konzern weltweit 2.400 Stellen kürzen wird, sieben Prozent der gesamten Belegschaft. Die Entlassungen geschehen im Zuge der Abspaltung PayPals von Ebay, die im zweiten Halbjahr 2015 folgen wird. PayPal soll dann an die Börse gebracht werden. Die Kürzungen verkleinern Geschäftsbereiche, die sich nicht wie geplant entwickelt haben. So sollen PayPal und Ebay nach der Trennung attraktiver dastehen.

Ebay-Chef John Donahoe hatte sich lange gegen den Druck von Investoren gesträubt, musste aber schließlich der Trennung der beiden Unternehmen zustimmen. Etwa die Hälfte der Marktkapitalisierung von Ebay, die bei über 65 Milliarden Dollar liegt, ist nach Meinung vieler Analysten PayPal zuzuschreiben. Weiterhin ist PayPals jährliches Umsatzwachstum zuletzt mit 18 Prozent im Jahr 2014 deutlich höher gewesen als Ebays 12-prozentiger Zuwachs. Schon seit mehreren Jahren wächst Ebay vor allem wegen PayPals Bezahldienst – nicht wegen seines Marktplatz-Geschäfts. Der Konzern prüft zudem den Verkauf der Sparte Ebay Enterprise. Der Umbau lässt Ebay immer mehr zum Übernahmekanditaten werden: Alibaba, Google und Amazon gelten als Interessenten.

Bild: PayPal