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Die Rocket-Spitze bei der Hauptversammlung in diesem Sommer: Alexander Kudlich, Oliver Samwer und Peter Kimpel (v.l.)

Mehr als 600 Millionen Euro Verlust schrieb Rocket Internet im ersten Halbjahr 2016. Nun soll Rocket Internet laut einem Bericht des Manager Magazins Personal abbauen. Demnach seien bei der Holding inzwischen weniger als 200 Mitarbeiter beschäftigt – und nicht mehr rund 400, wie der Konzern zuletzt gemeldet hatte. Es bestehe das Ziel, noch im laufenden Jahr auf rund 100 Angestellte zu kommen.

Rocket Internet dementiert diesen Bericht auf Nachfrage von Gründerszene vehement: „Die Behauptung, bei uns würden derzeit weniger als 200 und bis Jahresende sogar nur 100 Mitarbeiter arbeiten, ist falsch und entbehrt jeder Grundlage.“

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Im Halbjahresbericht Ende September hatte Rocket Internet allerdings bereits angegeben, seine Ausgaben durch einen Abbau der Holding-Belegschaft verringert zu haben. Über die aktuellen Mitarbeiterzahlen wollte das Unternehmen zu der Zeit nichts sagen. Es hieß, Angaben dazu würden nur in den Jahresberichten gemacht.

Das Manager Magazin nennt als Grund für den Personalabbau Rockets Strategieschwenk. Das Unternehmen, das als Firmenfabrik ein Startup nach dem nächsten aufbaut, investiert mit seinem millionenschweren Fonds mehr und mehr in externe Unternehmen. Von Rocket heißt es dazu: „Auch von einem Strategieschwenk kann keine Rede sein. Wir bauen nach wie vor und investieren in erfolgversprechende Internetgeschäftsmodelle.“

Das Bild, das Rocket Internet zuletzt von seinen Beteiligungen präsentierte, ist gemischt. Die wichtigsten Rocket-Startups verbesserten im ersten Halbjahr 2016 ihre Ebitda-Margen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – insgesamt um 15 Prozentpunkte von minus 32 Prozent auf minus 17 Prozent. Dennoch waren die Verluste der wichtigsten sechs Unternehmen weiter hoch und betrugen 212 Millionen Euro. Gleichzeitig machte die Rocket-Holding durch die Abschreibungen auf die Global Fashion Group und Startups wie Goodgame Studios, Movinga und Linio einen enormen Verlust von 617 Millionen Euro.

Bild: Gründerszene