HR-Managerin bei Plista

In unserer Serie „Digitale Berufe“ stellen wir spannende Jobs aus der Startup-Welt vor. Diesmal haben wir Sarah Greiner-Miethe aus der Personalabteilung des Berliner Unternehmens Plista begleitet. 

Der Begriff Human Resource (kurz HR) stammt aus dem angelsächsischen Raum und kann mit Personalabteilung übersetzt werden. In erster Linie sind Human-Resource-Manager für die Einstellung neuer Mitarbeiter zuständig. Darüber hinaus kümmern sie sich um die einzelnen Belange des gesamten Teams. Sie sorgen dafür, dass Probleme in Mitarbeitergesprächen vertraulich behandelt und gelöst werden. Neben rein organisatorischen Aufgaben geben Human Resource Manager alles, um ein gutes Arbeitsklima im Unternehmen zu schaffen.

Sarah Greiner-Miethe arbeitet als Human Resource Managerin bei dem Berliner Online-Marketing-Unternehmen Plista und gibt uns heute einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Sarah, beschreibe für unsere Leser mal deine Aufgaben im Bereich Human Resource?

Ich bin als HR-Business-Partner verantwortlich für die Abteilungen IT, Operations und Product Management. Dort arbeiten insgesamt 65 Mitarbeiter. Meine Bereiche betreue ich von A bis Z – von der Personalplanung, dem Recruiting neuer Mitarbeiter, der Beratung von Mitarbeitern und Führungskräften bis hin zu Feedback-Gesprächen, der Organisation von Weiterentwicklungsmaßnahmen und natürlich administrativen Aufgaben.

Zudem kümmere ich mich um Sonderprojekte bei Plista: So haben wir dieses Jahr eine KiTa-Kooperation für unsere Eltern gestartet und zu Weihnachten mit der Arche Berlin eine Wunschzettelaktion ins Leben gerufen. Da wir immer nach IT-Spezialisten suchen, betreue ich auch das Thema University Relations und organisiere gemeinsam mit Kollegen aus dem Marketing Recruitung-Events. Das sind zum Beispiel Veranstaltungen, bei denen wir gezielt Informatikstudenten und Absolventen ansprechen und für Plista als Arbeitgeber begeistern wollen.

Was hast du vorher gemacht und inwiefern bringt dir diese Erfahrung etwas für deine Position?

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Plista war mein erster Job nach dem Studium; jetzt bin ich schon seit fünf Jahren hier und es macht immer noch sehr viel Spaß. Ich bin damals für ein Praktikum nach Berlin gekommen und wollte dann nicht mehr hier weg.

Davor habe ich BWL mit Schwerpunkt Personal in Düsseldorf und Göteborg studiert. Praktische Erfahrungen habe ich bei Ikea und Henkel gesammelt. Wirklich wertvoll waren meine Erfahrungen im Auslandssemester in Schweden: Noch nie habe ich im Studium so viele praktische Anwendungen gehabt. Zum Beispiel haben wir dort ein Bewerbungsgespräch als Rollenspiel geübt.

Das internationale Umfeld war unglaublich lehrreich, nicht zuletzt für meine Sprachkenntnisse. Im Studium habe ich viele theoretische und rechtliche Grundlagen gelernt, die ich heute bei arbeitsrechtlichen Themen nutze. Würde ich noch einmal studieren, wäre Wirtschaftsinformatik aber wohl mein Fach der Wahl – ich finde durch meine vielen Bewerbungsgespräche Programmieren echt spannend!


Und so sieht der Arbeitstag von Sarah in Bildern aus:
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Einmal die Woche gibt es einen Mitarbeiterlunch. Da kommt Sarah auch mit Leuten ins Gespräch, mit denen sie nicht Tür an Tür sitzt.


Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

Das Grundgerüst sind gute kommunikative Fähigkeiten und ein solides Fachwissen im Arbeitsrecht. Man sollte Spaß am Umgang mit den unterschiedlichsten Charakteren und Mitarbeitern jeder Hierarchiestufe haben. Da unsere Mitarbeiter aus 21 Nationen kommen, ist Englisch als Zweitsprache ebenfalls unverzichtbar. In meinem Job fallen auch viele administrative Tätigkeiten an, bei denen man eine sehr gründliche und präzise Arbeitsweise haben muss, etwa bei der Erstellung von Verträgen.

Als Personaler benötigt man aber auch ein dickes Fell: Bei uns laufen nicht nur die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter zusammen, sondern es gibt auch viele sensible Themen, die wir mit den Führungskräften besprechen. Da muss man häufig einen kühlen Kopf bewahren, um sinnvoll zu unterstützen. Eine gute Mischung aus Empathie und Professionalität ist hier notwendig. Absolute Vertraulichkeit und Diskretion sollten selbstverständlich sein, denn oft weiß man mehr als der Rest der Belegschaft.

Was lernt man erst, wenn man den Job macht?

Man lernt, was wirklich wichtig ist bei einer Bewerbung, wenn man sich täglich unzählige Lebensläufe ansieht. Eine Fähigkeit, die inzwischen auch in meinen Freundeskreis sehr beliebt ist. Meine Bewerber machen sich unglaublich viele Gedanken um ihr Anschreiben. In der Realität überfliegen wir Personaler es meist nur. Ich glaube auch, viele haben von außen den Eindruck, dass Personaler hauptsächlich Bewerbungsgespräche führen.

Natürlich ist das ein großer Teil, aber der Job beinhaltet so viel mehr: Beratung, Unterstützung und Entwicklung der Mitarbeiter, Mitarbeiterbindung, Gewinnung von Fachkräften, Aufbau von Strukturen und Prozessen, Lösung von Konflikten… Überhaupt ist HR viel angewandte Psychologie.

Mit wem arbeitest Du zusammen?

Wir sind ein 5-köpfiges Team: Neben unserer Teamleitung Verena, Director HR, sind wir drei weitere Festangestellte, die als Business Partner jeweils ihre Abteilungen betreuen. Unterstützt werden wir von einer Werkstudentin, die uns viel Administration und Datenpflege abnimmt.

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Neben meinem direkten Team stimme ich mich eng mit den Führungskräften der von mir betreuten Abteilungen ab, kümmere mich um die Mitarbeiter und habe Schnittstellen mit dem Marketing für die Events, der IT für das Onboarding neuer Mitarbeiter und dem Finance-Team für Reportings und die Gehälter. Auch viele externe Partner kommen dazu: Universitäten, Jobbörsen, Bewerber, und so weiter.

Was ist toll an Deinem Job?

Der tägliche Umgang mit den Mitarbeitern motiviert mich total: Viele kenne ich seit Jahren und habe ihren Werdegang bei Plista von Anfang an begleitet. Anderen habe ich beim Visa-Prozess, der KiTa-Suche oder dem Umzug nach Berlin geholfen – das macht unheimlich Spaß, man kann wirklich etwas bewegen. Wenn wir unser monatliches All-Hands-Meeting haben, bin ich selbst immer beeindruckt, wie viele tolle Menschen aus aller Welt bei uns arbeiten: Die haben wir als HR-Team alle eingestellt, da sind wir schon stolz drauf.

Und was nervt dich?

Was mich nervt? Das sind meistens bürokratische Prozesse, zum Beispiel bei Behörden. Manchmal ist mein Job auch stressig – es gibt Tage, an denen sehr viel zu tun ist. Aber damit kann ich gut umgehen.

Bild: Plista