PR-Agentur, Public Relations, PR-Berater, PR-Experte

Gerade junge Unternehmen ohne PR-Erfahrung unterliegen oftmals einer Reihe von Irrglauben und Vorurteilen, die während der Zusammenarbeit mit einer Agentur zu wahren Zeitbomben werden können. Eben für diese Unternehmen ist die Arbeit mit einer Agentur jedoch von großem Nutzen. Ohne wesentlichen personellen oder zeitlichen Aufwand können sie schon im Zuge der Gründung die kontinuierliche Pressebetreuung ihres Projekts arrangieren und profitieren bereits in der Anfangsphase des Unternehmenswachstums von regelmäßiger Berichterstattung und steigender Bekanntheit.

Im Gegensatz zu einem Mitarbeiter im Unternehmen verfügt eine Agentur dabei von vornherein über ein ausgeprägtes Netzwerk und kann Synergieeffekte nutzen, um das Unternehmen wirksam zu positionieren. Aus diesem Grund gilt es ein für allemal mit den Missverständnissen aufzuräumen und die Basis für eine erfolgreiche Pressearbeit zu sichern: 6 Punkte, die Unternehmen für die Zusammenarbeit mit einer Agentur wissen sollten!

1. PR-Berater sind keine Journalisten!

Auch wenn es die Arbeit stark vereinfachen würde, sitzen PR-Experten nicht in den Redaktionen. Obwohl es international an mancher Stelle anders läuft, können deutsche PR-Berater weder Artikel vorgefertigt in Redaktionsbüros geben, noch Beiträge selbst „veröffentlichen“. Aufgabe einer guten Agentur ist es, die Journalisten durch ihren Input bei der Suche nach interessanten Themen zu unterstützen und dabei eine unabhängige Berichterstattung zu gewährleisten. Auch wenn es dabei manchmal vorkommt, dass Pressemeldungen annähernd übernommen werden, ist dies keinesfalls die Regel.

2. Gut Ding will manchmal Weile haben!

Gute PR kann prinzipiell jedes Thema zum Medienthema machen. Es darf allerdings nie davon ausgegangen werden, dass dies, speziell bei jungen und völlig unbekannten Unternehmen, direkt in der ersten Woche der Zusammenarbeit glückt. Nicht jeder Presseaktion folgt zwingend eine sichtbare mediale Reaktion. Dennoch ist die konstante Pressearbeit essentiell, da sie ein Grundrauschen erzeugt, welches das Unternehmen oder Produkt bei Redakteuren auf den Schirm holt.

Gerade bei unbekannten Themen neigen Journalisten dazu, zunächst eine Zeit abzuwarten und zu beobachten, wie sich das Unternehmen oder Produkt etabliert. Stehen dann jedoch Beiträge zu verwandten Themen auf dem Redaktionsplan wird der Redakteur auf das neue Unternehmen beziehungsweise Produkt zurückgreifen und es in die Berichterstattung einbauen.

3. PR ist keine Werbung!

Anders als bei einer Werbeanzeige, können bei einer Pressemeldung die Chance auf Veröffentlichung, Veröffentlichungszeitpunkt sowie der Inhalt des Beitrags nur bedingt beeinflusst werden. Die Pressearbeit stellt Impulse für Journalisten dar, deren Umsetzung allein in ihrer Hand liegt. Genau aus diesem Grund ist die erfolgreiche Veröffentlichung eines PR-Themas so viel wert: Leser empfinden den redaktionellen Teil des Mediums wesentlich glaubhafter als die enthaltenen Anzeigen. Durch positive Berichterstattung wirkt das Unternehmen beziehungsweise Produkt somit auf Anhieb vertrauenswürdig und bleibt im Gedächtnis.

4. Enge Zusammenarbeit ist Pflicht!

Natürlich sind PR-Berater Experten in der Ausarbeitung von presserelevanten Themen. Dennoch ist eine Agentur besonders auf Unternehmensinput angewiesen. Egal, ob bei der Besprechung bereits ausgearbeiteter Themen oder bei der Themenfindung: Die Mitarbeiter des Unternehmens wissen am besten über laufende Aktionen und Entwicklungen im Unternehmen Bescheid, warum sollte man dieses Wissen nicht für die erfolgreiche Pressearbeit nutzen? Um darüber hinaus alle Anfragen zeitnah und zur Zufriedenheit der Journalisten bearbeiten zu können, sollte den PR-Beratern stets ein Ansprechpartner im Unternehmen zur Verfügung stehen.

5. Zahlen sind nicht das einzige Messinstrument!

Auch wenn Marketing-Experten sich allzu gerne auf sie verlassen: Zur Messung des Kommunikationserfolgs sind Zahlen nicht immer der richtige Weg. Obwohl PR natürlich in der Lage ist, Nutzerzahlen zu erhöhen und damit den Umsatz zu steigern, geht es bei PR-Strategien primär darum, über diese Effekte hinaus langfristig einen positiven Einfluss auf Bekanntheit und Wahrnehmung des Unternehmens in der Öffentlichkeit auszuüben.

Insgesamt gilt es, PR nicht als Einzelinstrument zu betrachten, sondern vielmehr in eine ganzheitliche Kommunikationsstrategie einzubinden, deren Erfolg ebenfalls im Ganzen gemessen und nicht auf die einzelnen Komponenten verteilt wird. Jede Zielgruppe muss zudem auf verschiedenen Kanälen mit einem Thema in Berührung gekommen sein, bis sie eine Kauf- oder Nutzentscheidung trifft. Gerade im B2B-Bereich können verhältnismäßig kleine Medien dabei genauso viel Wirkung bei der Generierung von Partnern und Kunden zeigen, wie reichweitenstarke Formate.

6. Vertrauen, bitte!

Am besten funktioniert PR mit einer ordentlichen Portion Vertrauen in die Berater und ihre Arbeit. So wie die Geschäftsführer ganz genau über das Unternehmen Bescheid wissen, wissen die Kommunikationsspezialisten am besten, mit welcher Strategie Journalisten und Multiplikatoren zu erreichen sind. Der besondere Vorteil einer Agentur ist dabei ihr enormer Erfahrungshorizont. Durch die Zusammenarbeit mit vielen Unternehmen unterschiedlicher Bereiche, verfügt die Agentur über eine große Expertise und kann immer die richtige Strategie wählen, um die Kunden in den Medien zu platzieren. Anstatt auf Kontrollzwang sollten Unternehmen in der Zusammenarbeit deswegen auf Transparenz setzen, um den PR-Prozess nicht unnötig zu verkomplizieren.

Sind diese Trugschlüsse beseitigt, ist die Grundlage für erfolgreiche PR sowie die produktive und effiziente Zusammenarbeit zwischen Berater und Kunde gelegt. Der gelungenen Positionierung des Unternehmens in der Öffentlichkeit steht damit nichts mehr im Wege.

Über den Autor Tilo Bonow:

Tilo Bonow, Piabo, PR, Public RelationsTilo Bonow ist Gründer und Geschäftsführer von piâbo, der Kommunikationsagentur für die digitale Wirtschaft. Neben strategisch vernetzter PR und Social-Media umfasst das Leistungsspektrum der Berliner Agentur medienübergreifende B2B- und B2C-Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationsmanagement, die Entwicklung von redaktionellen Konzepten wie auch das Monitoring Sozialer Netzwerke. Das junge Team betreut nationale und internationale Kunden aus der Internet-, IT-, Mobile-, Medien- und Cleantechbranche und verfügt über ein eingespieltes globales Netzwerk.

Bildmaterial: Clconroy
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