protonet

Die Protonet-Gründer Ali Jelveh und Christopher Blum

„Es geht weiter.“ Das schreibt Protonet im aktuellen Newsletter an seine Kunden. Wie Unternehmenssprecher Georg Möller gegenüber Gründerszene bestätigt, steht das Hamburger Startup kurz vor einer Übernahme. Details verrate man aber erst, sobald die Unterschriften geleistet worden seien.

Protonet hatte einst von der Crowd mehr als drei Millionen Euro bekommen und im Februar Insolvenz angemeldet.

Anzeige
In den vergangenen drei Monaten habe man eine „schmerzhafte Sanierung“ hinter sich gebracht, so Möller. Zehn der zuvor 16 Mitarbeiter mussten gehen, die Kosten wurden stark reduziert. Nun werde etwa eine Handvoll Angestellte weiter für Protonet arbeiten. Mitgründer Ali Jelveh bleibe an Bord, die Schritte seines Mitgründers seien derzeit noch offen.

Ob Crowd-Investoren etwas von ihrem eingesetzten Kapital zurückbekommen werden, ist allerdings weiter unklar. Protonet-Unternehmenssprecher Möller sagt, es entziehe sich seiner Kenntnis, wie es aktuell um das Forderungsverfahren stehe, bei dem die Gläubiger bedient werden sollen. „Ein Insolvenzverfahren ist immer eine Zäsur für alle, die Forderungen haben“, so Möller weiter. „Wir bei Protonet tun aber alles dafür, dass alle am Ende möglichst zufrieden sind.“ 

Im April hatte Mitgründer Christopher Blum gegenüber Gründerszene angegeben, dass es von dem Erfolg der Kollaborations-Software Soul abhänge, ob das Investment der Crowd „irgendwann zurück geführt werden kann“. Auf der Software soll künftig der Fokus von Protonet liegen. Die Kunden können sie in der Cloud nutzen oder aber auf einem Protonet-Server, welche ab dem 1. Juni wieder in kleiner Zahl produziert werden sollen.

Sobald die Übernahmearbeiten abgeschlossen seien, werde Protonet seinen „normalen monatlichen Release-Zyklus wieder aufnehmen“ und Updates liefern, heißt es im Newsletter. Das Tech-Startup erklärt, es werde den Support künftig mit einem dreiköpfigen Team in Hamburg sicherstellen und arbeite darüber hinaus mit Dienstleistern dafür zusammen. Ein neuer Service-Providor stelle außerdem die Erreichbarkeit der Protonet-Boxen bis mindestens Ende 2019 sicher.

Der Insolvenzverwalter hatte bereits kurz nach der Insolvenzanmeldung Hoffnung für Protonets Fortbestehen geäußert: Klaus Pannen sagte damals zu Gründerszene, er sei „der Meinung, dass man daraus etwas machen kann – in welcher Form auch immer“.

Bild: Protonet