Sternstunde – so sieht die Startseite von Puschy Investment aus

Im Fernsehen gab sie die kühle Blonde

Lencke Wischhusen ist offenbar ein Multitalent: Expertin für Verpackung, Geschäftsführerin der W-Pack Kunststoffe in Bremen-Huckelriede, Fernsehstar, Bundesvorsitzende des Verbandes der jungen Unternehmer – dazu noch jung, blond und attraktiv. Durch die Vox-Serie „Höhle der Löwen“ wurde sie einem größeren Publikum in Deutschland bekannt. In diesem Format pitchten junge Unternehmen vor einer Jury aus Experten und Investoren, um ihre Firma voran zu bringen. Eine neue Staffel ist angekündigt.

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Wischhusen gab im Fernsehen die kühle Blonde. In ihrem Vox-Vorstellungsvideo können sich die Zuschauer gleich am Anfang vom tadellosen Zustand ihrer langen Beine überzeugen. Mit ihren Investments blieb sie eher zurückhaltend. Das blieb nicht unbemerkt: In einigen Kneipen, in denen die Sendung gemeinsam geschaut wurde, gab es für jedes von ihr abgelehnte Investment eine Lokalrunde mit Schnäpsen. Ihr „Ich bin raus!“ wurde zu einem geflügelten Wort. Prost! Es müssen ziemlich feuchte und lustige Fernsehabende gewesen sein. Auf Facebook wurde sie für ihre finanzielle Zurückhaltung ziemlich heftig beschimpft – und es gab sogar einen Hashtag #WischhusenIsRaus.

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Nur bei der Firma Crispy Wallet, die Verpackungen für Computer und Tablets herstellen, ist Wischhusen gemeinsam mit ihrem Jury-Kollegen Frank Thelen investiert. Beide stiegen mit 50.000 Euro ein und besitzen jetzt zusammen 40 Prozent der Firma. In Sachen Verpackung kennt sie sich halt aus. In der achten Folge der Sendung wurde ein weiterer Deal geschlossen, mit der Firma Calmdura, es wird wohl gerade noch über den Einstieg verhandelt. Aber jetzt steigt die 29-Jährige so richtig in das Investementgeschäft ein. Ohne das Fernsehen. Mit ihrem Unternehmen „Puschy Investment“ will sie „die Gründerkultur durch Venture Capital, ihr Netzwerk und adäquate Beratung nicht nur weiter entwickeln, sondern das Gründen insgesamt attraktiver machen“. So heißt es zumindest auf ihrer Website.

Rosa und grün – gewagte Gestaltung für ein Firmenlogo.

Puschy Investement? Ein gewöhnungsbedürftiger Name. „Puschy“ wurde Lencke Wischhusen von der Familie in ihrer Kindheit genannt. Jetzt soll der putzige Kosename für Gründerkultur in Deutschland stehen. Auch die Gestaltung der Website ist durchaus gewöhnungsbedürftig. Ein rosa-grünes Logo, das ein gewissen Unernst und Kindergartencharme ausstrahlt. Dazu Kalendersprüche wie: „In jeder Finsternis leuchtet ein Stern.“ Oder: „Jeder Stein auf dem Weg des Erfolges ist auch ein Meilenstein.“ Oder: „Egal wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt tun.“

In einem Interview beschreibt sich Lencke Wischhusen so: „Ich würde sagen: hanseatisch. Wir sind nicht dafür bekannt, bei jeder Gelegenheit auf die Sahne zu hauen.“ Wenn man sich ihre Website für ihr neues Investment-Unternehmen anschaut, muss sie sich schon fragen lassen, wann sie diese zurückhaltende hanseatische Linie eigentlich verlassen hat. Vor oder nach den Auftritten in der „Höhle der Löwen“?

Bilder: Screenshots / Puschy Investment