Die Rabbit-Macher Johannes von Rohr, Michael Steibl, André Prenzlow,  und Natcha Charoenwai (von links)

Es ist ein Name, der sich nach einem Scherz anhört – Rabbit Internet. Doch es handelt sich bei dem Unternehmen nicht um eine Parodie auf die bekannte deutsche Internetschmiede. Die drei Gründer meinen es durchaus ernst. In Bangkok baut das deutsche Trio gerade einen Company Builder auf – und hat einen beachtlichen Start hingelegt.

Fast zehn Millionen US-Dollar konnten Johannes von Rohr, André Prenzlow und Michael Steibl vor wenigen Monaten für Rabbit Internet einsammeln. Der Investor ist ein lokales Schwergewicht. Bei BTS handelt es sich um ein Familien-Konglomerat, das hinter dem Nahverkehr in Bangkok steht. Zu der Gruppe gehören außerdem ein führendes Medienunternehmen sowie Hotels und Restaurants.

Das erst im vergangenen Jahr gestartete Rabbit Internet beschäftigt mittlerweile nach eigenen Angaben 180 Mitarbeiter. Und das Ziel ist klar: Für 2020 steht der erste „Internet-IPO“ an der thailändischen Börse auf dem Plan.

Start mit Rocket Internet

Doch wie verschlägt es drei deutsche Gründer nach Bangkok? Die Antwort ist – wie sollte es anders sein – durch Rocket Internet. Nach einem Studium an der HHL in Leipzig bauten die drei den Amazon-Klon Lazada in Thailand mit auf. Bereits im Studium verbrachten Steibl, von Rohr und Prenzlow eine Zeit lang an einer thailändischen Management-Schule und knüpften Kontakte zur zukünftigen Wirtschaftselite des Landes.

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2012 stiegen sie nach einigen Monaten bei Rocket aus – und starteten die Investmentfirma Alpha Founders, mit der sie europäisches Geld in Südostasien investierten. Seit dem vergangenen Jahr arbeiten sie nun an Rabbit Internet. Nach dem Rocket-Prinzip stampfen sie neue Ventures aus dem Boden.

Mit Rabbit Finance lassen sich – vergleichbar mit Check24 – Versicherungen abschließen. Rabbit Daily ist das thailändische Bild.de, Rabbit Content ist eine Marketing-Agentur und Rabbit Rewards ist ein Paypal, so schreibt es Michael Steibl auf Nachfrage. Weitere Portale sollen demnächst starten: Darunter Rabbit Home, Rabbit Beauty und Rabbit Auctions. Von Thailand aus wollen sie in der Region expandieren.

Zu dem Namen ist es nicht aus Liebe zu ihrem alten Arbeitgeber gekommen. Die Metro-Karten ihres Investors heißen Rabbit, der Schriftzug prangt groß auf den Tickets. Steibl schreibt: „Jeder in Bangkok kennt die Marke.“ Und so unterscheidet sich der thailändische Company Builder doch stark von seinem deutschen Vorbild: Eine Rakete auf Berliner Bahntickets wäre eher schwer vorstellbar.

Die bekanntesten Startup-Gründer von der HHL:

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Die Gründerinnen von Kisura, Linh Nguyen (rechts) und Tanja Bogumil (links), studierten ebenfalls an der HHL. Im April 2013 starteten sie den Curated-Shopping-Dienst für Frauen in Berlin. Ihr Startup erhielt Geld von Kiveda-CEO Michael Börnicke, Brilliant Heights, Gary Lin, der IBB und zwei Business Angels. Kisura verweist aktuell auf 100.000 Kundinnen und 40 Mitarbeiter. Bild: Kisura

Bild: Rabbit Internet