Radbonus

Auch die Besitzer von rostigen Drahteseln sollen über Radbonus Kilometer sammeln – und einlösen.

Leonardo DiCaprio predigte es ja erst Sonntagnacht. Wir sollten unseren Planeten nicht als selbstverständlich hinnehmen, forderte der Schauspieler in seiner Oscar-Dankesrede, in der er vor allem über den Klimawandel sprach. Es wäre also wohl ganz im Sinne DiCaprios, wenn sich ein paar mehr Leute in den Sattel schwingen würden statt sich hinters Auto-Lenkrad zu klemmen.

Ein Startup aus Köln belohnt nun alle, die sich für Ersteres entscheiden. Die App Radbonus misst mit dem Rad zurückgelegte Kilometer über die Ortungsdienste und Bewegungssensoren des Smartphones. Für die Strecken versprechen diverse Onlineshops Rabatte. In der Regel gilt: 50 Kilometer entsprechen einem Nachlass von fünf Prozent, 100 Kilometer bedeuten zehn Prozent und so weiter. Von diesem Affiliate-Netzwerk bekommt Radbonus Provisionen auf Warenkörbe. Zusätzlich nehmen Radfahrer, die innerhalb eines festgelegten Zeitraums eine bestimmte Kilometerzahl erreicht haben, automatisch an Verlosungen teil.

Nora_Grazzini

Radbonus-Gründerin Nora Grazzini

Betrüger will Radbonus nach eigenen Angaben leicht entlarven können: Wenn die aktuelle Position per GPS übermittelt wird, wird auch überprüft, ob sich das Smartphone schneller als 45 Kilometer pro Stunde bewegt. Ist das über längere Zeit der Fall, befindet sich der Nutzer wahrscheinlich im Zug oder Auto. Dann wird die Strecke nicht berücksichtigt. Registrieren muss man sich in der iOS- und Android-App übrigens nicht, denn beim Download bekommt das Smartphone eine ID zugewiesen, über die die Strecken-Kilometer gespeichert und addiert werden.

Gründerin Nora Grazzini, selbst Mountainbikerin, erzählt, ihr Startup sei gerade in Gesprächen mit Arbeitgebern und Krankenversicherungen. Die könnten auf Radbonus zeitlich begrenzte Challenges für ihre Mitarbeiter beziehungsweise Mitglieder einstellen. Wer dann etwa innerhalb von zwei Monaten 200 Kilometer radelt, dem winken Prämien oder zusätzliche Bonusheft-Punkte. Der Zugang zu den Challenges soll über individuelle Codes geregelt werden.

Anzeige
Grazzini gründete Radbonus im vergangenen Herbst. Sie habe sich immer gewundert, dass sich Autofahrer so über Radfahrer ärgern. „Eigentlich müsste ihnen doch jeder danken. Denn Radfahrer sind in jeder Hinsicht gut für die Gesellschaft“, sagt die 35-Jährige. Sie fand, dass die Radfahrer von ihrem Einsatz profitieren sollten. Seit Ende 2015 ist Radbonus Teil des E.ON :agile Accelerators.

Bild: Radbonus