real hitmeister

Die Supermarktkette Real übernimmt das Shopping-Portal Hitmeister aus Köln. Der Deal mit bislang unbekanntem Kaufpreis steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt. Gibt es grünes Licht für die Akquisition, will Real 100 Prozent der Anteile an dem 2007 gestarteten Unternehmen übernehmen.

Der Einzelhandelskonzern, der wie Media-Markt und Saturn zur Metro-Gruppe gehört, will mit Hitmeister seine Digitalisierungsbemühungen verstärken. Der Shop sei eine „perfekte Ergänzung“, sagt Jan-Philipp Blome, der bei Real die Themen Multichannel und E-Marketing verantwortet. Hitmeister mit seinem Sortiment von mehr als zehn Millionen Produkten in gut 5.000 Kategorien adressiere „den typischen Real-Kunden, der generell eine große Sortimentsvielfalt erwartet“, glaubt das Unternehmen.

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Das Online-Kaufhaus Hitmeister positionierte sich lange als deutsches Pendant zu Amazon. Ähnlich wie bei dem US-Riesen werden viele der Produkte durch Hitmeister selbst verschickt, hinzu kommen gut 5.000 weitere Händler, die ihre Produkte über den Hitmeister-Marktplatz vertreiben. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 2,5 Millionen Kunden. Gegen Amazon will Hitmeister mit günstigeren Preisen, weiteren Bezahlmöglichkeiten, mehr Transparenz sowie einem persönlicheren Service ankommen, wie Gründer Gerald Schönbucher 2013 im Interview mit Gründerszene sagte.

Schönbucher gründete den Hitmeister-Vorgänger Hitflip, ein Tauschportal, schon 2005 gemeinsam mit dem heutigen Wooga-COO Jan Miczaika und Online-Marketing-Guru Andre Alpar. Zu den Investoren, die bis heute Anteile halten, gehören unter anderem der Schweizer VC B-to-v und die New Yorker Private-Equity-Firma Tiger Global, aber auch der European Founders Fund der Samwer-Brüder, Team-Europe-Gründer Lukasz Gadowski und eDarling-Gründer Christian Vollmann.

Laut Real würden sämtliche Beschäftigten von Hitmeister übernommen, auch der Standort Köln solle beibehalten werden. Die Supermarktkette betreibt schon heute einen vergleichsweise kleinen Online-Shop mit 10.000 Artikeln sowie einen Lieferservice für 5.000 Produkte. Das Multichannel-Prinzip will Real in Zukunft noch stärker forcieren. Auch bei der Real-Mutter Metro setzt man sich seit längerem mit der Digitalisierung auseinander. Dafür wird seit einem Jahr zum Beispiel ein Accelerator-Programm in Berlin betrieben.

Bild: real,- SB-Warenhaus GmbH; Mitarbeit: Hannah Löffler