Lawrence Leuschner verkauft bereits seit Kindheitstagen gebrauchte Waren

Ein Handy ist kurz nach dem Kauf bereits wieder veraltet. Das Altgerät landet häufig in der Schublade oder im Müll, obwohl es nur einen Teil seines Wertes verloren hat. Diese Wegwerfgesellschaft schädigt auch die Umwelt. Aus diesen Gründen verkauft Lawrence Leuschner gebrauchte Waren. Erst zum Spaß, nun professionell mit ReBuy über das Internet. Das Unternehmen kauft über die Online-Plattform Gebrauchtwaren an – und vertreibt diese gewinnbringend weiter.

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Leuschner handelte bereits im Kindesalter mit Retouren-Waren auf dem Flohmarkt. Zu Schulzeiten verkaufte er gebrauchte Spiele über das Internet und gründete 2004 die Trade-a-game GmbH. Mit einem erweiterten Angebotsumfang heißt das Unternehmen heute ReBuy, die Umfirmierung fand 2011 statt. Zu den derzeit elf Produktenkategorien zählen etwa Bücher, CDs, Konsolen und Handys – der Lagerbestand betrage 2,5 Millionen Artikel, heißt es von ReBuy. Mittlerweile arbeiten etwa 500 Mitarbeiter für das Berliner Unternehmen, das 2014 rund 60 Millionen Euro umsetzte. Das Unternehmen will seit Gründung mehr als 100 Millionen Euro an Kunden ausgezahlt haben.

Der Gründer im Kurzinterview mit Gründerszene:

Lawrence, wieso hast Du ReBuy gegründet?

Der Ursprung liegt in meiner Kindheit – mit gebrauchter Retourenware des Handelsgeschäfts meines Vaters habe ich mir mein Taschengeld auf dem Flohmarkt aufgebessert. Damals begann meine Faszination für gebrauchte Güter, die in der ersten Geschäftsidee mit meinem Schulfreund Marcus Börner realisiert wurde. Wir starteten neben der Schule mit einer Tauschplattform für gebrauchte Videospiele. Bei ReBuy haben wir inzwischen elf Produktkategorien und über 2,5 Millionen Produkte auf Lager – dazwischen liegen intensive und aufregende Jahre zusammen mit meinen Partnern.

Wie grenzt sich ReBuy vom Wettbewerb ab?

Wir sind Europas Marktführer im Verkauf von gebrauchter Elektronik wie Smartphones und Tablets. Re-Commerce liegt definitiv im Trend und wir haben es mit ReBuy geschafft, eine sehr starke Marke in diesem Segment aufzubauen. ReBuy ist nicht nur eine unkomplizierte Möglichkeit fürs Ausmisten, sondern wirkt auch aktiv der Wegwerfmentalität entgegen. Wir erhoffen uns, das Bewusstsein der Verbraucher dadurch langfristig zu verändern.

Ist ReBuy eher ein Tech- oder Logistik-Unternehmen?

Wenn man vor unserem 10.000 Quadratmeter großen Logistik-Center in Berlin-Rudow steht, würde man meinen, die Antwort liegt auf der Hand. Doch der Blick hinter die Kulissen zeigt, dass wir ohne unsere Technologie so nicht existieren würden. Wir haben unsere Website sowie alle dahinter laufenden Systeme selbst programmiert und auf die Prozesse in der Logistik abgestimmt.

ReBuy ist schon lange kein kleines Startup mehr. Wie fühlt sich das Unternehmen für Dich an?

Unsere Ziele haben im Laufe der Zeit eine andere Dimension bekommen. Wir sind Trendsetter im Re-Commerce und beschäftigen fast 500 Mitarbeiter. Das erfordert natürlich andere Prozesse. Was unsere Teamführung angeht, bleiben wir aber bei unseren Werten. Wir suchen Mitarbeiter, die Passion sowie Ehrgeiz haben und unsere Mission miterleben wollen.

Das Unternehmen ist dabei, ins Zentrum von Berlin zu ziehen. Warum?

Wir haben uns Ziele gesetzt, die mehr Manpower erfordern. Das bedeutet, wir brauchen mehr Platz für unsere Teams und da haben wir uns für die komplette Verlegung der Verwaltung an einen attraktiven Standort im Berliner Zentrum entschieden. Um ideal aufgestellt in das neue Jahr zu starten, stecken wir schon mitten im Recruiting. Wir planen im kommenden Jahr, über 100 neue Stellen an beiden Standorten zu besetzen.

Was ist darüber hinaus in den nächsten Jahren von euch zu erwarten?

Wir wollen nicht zu viel verraten – aber wir werden hier ganz sicher in den nächsten zwölf Monaten mit einigen News von uns hören lassen.

Danke für das Gespräch.

Bild: ReBuy/ Bernd Jaworek