Republica, Netzgemeinde, Internetkonferenz, Webkonferenz, Heureka!, Berlin Web Week

In diesem Jahr wurde die Republica zum Klassentreffen des deutschen Netzvolks mit über 4.000 Teilnehmern. Die Internetkonferenz zog in neue Räume um, bot 200 Stunden Programm, hatte rund 350 Sprecher und war allgegenwärtig in den Medien. Die Republica ist erwachsen geworden. Ein Rückblick.

Vom Familientreffen zum Medienereignis

Sie versteht sich als politische, kulturelle, vor allem aber als sehr junge Veranstaltung, die sich seit
ihrer Gründung 2007 von einem familiären Bloggertreffen mit 700 Besuchern zu einem unverzichtbaren Event
für Brancheninteressierte und -profis entwickelt hat: Die Internetkonferenz Republica (www.re-publica.de). In diesem Jahr ist sie irgendwie erwachsen geworden. Selbst Menschen außerhalb der digitalen Welt konnten den Nachrichten von der Republica kaum ausweichen. Tagesthemen, heute, Spiegel Online – die Republica war allgegenwärtig in den Leitmedien. Ihre Themen wurden zu Themen aller.

Rund 4.000 Teilnehmer versammelten sich in den vergangenen drei Tagen in der STATION-Berlin für die Republica. Ein Familientreffen – ein Haufen von Bloggern, Social Media-Experten, Netzaktivisten und anderen Netzbewohnern kam zusammen. Unter dem Motto “ACT!ON” versammelten sich vierzehn verschiedene Themenstränge, die die Schubkraft sozialer Medien widerspiegeln sollten und die gesellschaftliche, wirtschaftliche und kreative Dimension der Digitalisierung beleuchteten.

Sascha Lobos Traditionsvortrag

Die Taz berichtete es schon vorab: es muss jetzt was passieren.

Ein klarer Call for Action kam am Mittwoch, dem ersten Tag, im alljährlich berühmten Vortrag von Sascha Lobo. Lobos Vortrag hat bereits Tradition. Mit seinem Überraschungsvortrag füllte er wie in den vergangenen Jahren die Räume und las der Webcommunity die Leviten. Lobos Vortrag über den Zustand der Netzgemeinde machte darauf aufmerksam, dass die Netzgemeinde aufhören müsse, die “Offliner” zu ignorieren und gerade diesen Menschen Netzproblematiken näher bringen müsse. Ob man mit allen von Lobos Thesen einverstanden ist, wie zum Beispiel, dass Apple Twitter kaufen wird, ist nicht relevant. Der Vortrag lohnt sich.

Action Fehlanzeige?

Immer wieder auch politische Themen auf der Republica. Acta, Occupy-Aktivisten, Arabischer Frühling. Politisch wurde es auch, als der Regierungssprecher Steffen Seibert zum Interview vorbeikam. Ein charmantes, interessantes und spannendes Interview, bei dem er erklärte, wie er Twitter nutzt, mit welchen überraschenden Fakten er konfrontiert wurde und wieso er den Dialog schätzt. Die anschließende Fragerunde wurde von den Zuhörern aktiv genutzt – die kritischen Fragen fanden sich allerdings nur bei Twitter wieder. Speaking of Twitter: Twitter hat übrigens auf der Republica bekannt gegeben, dass ihr deutsches Büro definitiv in Berlin eröffnet wird.

Nicht alles auf der Republica war jedoch so Action-geladen wie Lobos Traditionsvortrag. Zum Thema “Übermorgen.tv” kamen Mario Sixtus, Mercedes Bunz, Christoph Kappes und Christan Heller auf die Bühne. Sichtlich bemüht mit dem Publikum in Interkation zu treten, ließ sich dieses nicht wachrütteln.

Das war sie die Republica, das Klassentreffen, von dem die Bloggerszene spricht. Der “Action-Ansatz” wurde jedoch nicht erfüllt. Man redete über alte und neue Probleme, doch häufig fehlten die Lösungsansätze. Grundsätzlich aber ein Dankeschön für die Organisation. Die Location gefiel, das Essen war gut, das Programm auch, einizig das W-Lan war eine Zumutung – wenn es überhaupt mal funktionierte.

Republica vorbei – auf zur Heureka!

An diesem Montag, den 7. Mai findet im Rahmen der Berlin Web Week übrigens die Heureka! Conference (www.heureka-conference.com) von Gründerszene statt. Tickets können noch gekauft werden.

Mitarbeit: Nora-Vanessa Wohlert
Bild: Republica
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