Researchgate-Gründer Ijad Madisch setzt nun auf ein eigenes Textformat

Die Konkurrenz baut bisher auf klassische PDFs

Das PDF ist nicht wegzudenken der Netzwelt – oder? So alltäglich es ist, ist das Format doch über 20 Jahre alt und ein wenig in die Jahre gekommen. Vor allem ist es recht statisch – und damit für den aktiven Austausch nicht besonders gut geeignet. Insbesondere nicht für den wissenschaftlichen Diskurs, meint man zumindest beim Forschernetzwerk ResearchgateUm diesen verbessern, führt das Startup heute sein neues, so genanntes RG-Format ein.

Anzeige
Das Format soll den Nutzern der Seite, die dort Publikationen teilen und lesen, ein „sozialeres“ Agieren ermöglichen. So können die Leser einer Arbeit interessante Stellen markieren oder kommentieren. Links steht der eigentliche Text, rechts ist die interaktive Spalte. Leser sollen zudem mit einem Klick Kontakt zu Kommentatoren oder dem Autor aufnehmen können. Das Berliner Startup geht damit einen Schritt weiter als Konkurrenten wie Mendeley und Endnote. Die setzen weiterhin auf die Vernetzung von PDFs.

Ein Screenshot des neuen Formats, das bei Researchgate PDFs ersetzen soll

Das Format von Researchgate erinnert an die Idee des US-Startups Genius. Es ermöglicht, Texte im Browser zu kommentieren – nicht darunter, sondern neben dem Wort, Satz oder Abschnitt. Ursprünglich startete die US-Firma unter dem Namen Rap Genius und wollte mit der Funktion Songtexte erklären. Mittlerweile finden sich auf der Seite alle möglichen Texte zu Themen wie Literatur, Sport und Musik.

Researchgate wurde bereits 2008 von Ijad Madisch, Sören Hofmayer und Horst Fickenscher gegründet. Das Netzwerk verzeichnet heute nach eigenen Angaben sechs Millionen Mitglieder. Die Forscher können ihre Publikationen hochladen, auf andere Arbeiten zugreifen, Kontakte zu Kollegen knüpfen und Daten über Klicks, Downloads und Zitationen ihrer Publikation bekommen. Laut Researchgate werden jeden Monat zwei Millionen Veröffentlichungen auf die Seite hochgeladen.

Bild: Gene Glover/ResearchGate, Screenshot: Researchgate