Wendero Team

Wendero: Exit für Rheingau und Mountain

Für kleine Startups ist der Aufbau eines eigenen Vertriebs schnell unrentabel: Zu hoch sind die Kosten, zu lange brauchen die Ergebnisse. Und bei jedem Kontakt „von null“ anzufangen, ganz ohne Know-how und Kontakte, macht den Prozess langwierig. Der Berliner Vertriebs-Helfer Wendero (www.wendero.com) hat sich seit Mitte 2012 daran gesetzt, erste Absatzbeziehungen aufzubauen. Dies zunächst allerdings nur für Portfoliounternehmen des Gründungsinkubators Rheingau Founders und aus dem ebenfalls beteiligten Hause Mountain Partners.

Seit dem Start habe sich die Wendero-Kundschaft allerdings ausgedehnt, erklären die beiden Geschäftsführer Finn Rieder und Ayesheh-Colette Carta gegenüber Gründerszene. Vielleicht mag darauf auch zurück zu führen sein, dass beide Gesellschafter nun ausgestiegen sind. Insbesondere das von Cornelius Boersch gestartete Mountain Partners scheint derzeit seine Beteiligungen neu zu sortieren beziehungsweise mitunter abzuwickeln. In Börsendokumenten wird das Portfolio der Mountain Super Angel AG als „weitgehend illiquide“ bezeichnet, darüber hinaus heißt es, „dass die Fortführung der Investitionstätigkeit der Gesellschaft bei fortdauernden Refinanzierungsproblemen langfristig in Frage gestellt ist“. Den Angaben zufolge soll das mittlerweile als Logan Capital firmierende Beteiligungsvehikel, dessen Kurs sich stetig der Nulllinie angenähert hatte, aufgespalten werden.

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Mit 40 Prozent beim nach eigenen Angaben profitablen Wendero eigestiegen sind dafür RA Micro, ein Anbieter von Kanzleisoftware, sowie Stephan Götz, Chef der M&A- und Unternehmensberatung Götz Partners.

Derzeit beschäftigt das Berliner Vertriebs-Startup 20 Mitarbeiter, heißt es von dem Geschäftsführungs-Duo weiter. Der größte Vorteil des eigenen Angebots sei dabei der bestehende Kontakt zu den Gegenübern. Daher könne man bei Otto, Zalando und Co. stets bekannte Gesichter ansprechen. In Eigenregie müssten Startups derweil immer ganz unten an der Leiter anfangen. Da man selbst keine Produkte verkaufe und stets in Kundenidentität auftrete, sei trotzedem immer die Integrität gewahrt.

Wendero bahnt Vertriebsbeziehungen an

Was Wendero verspricht, ist ein skalierbares Vertriebskonzept. Will heißen, das Team rund um Rieder und Carta schiebt den Vertriebsapparat an, bis eine funktionierende Basis geschaffen ist und das Startup – auch größere Jungunternehmen gehören zum Kundenkreis, sagt er – selbst übernimmt. Zwischen drei und acht Monate lang seien die Projekte. 40 davon habe man bislang durchgeführt, seit März dieses Jahres gebe es zudem eine Kooperation mit dem High-Tech Gründerfonds.

Zusammen mit dem Wissen und dem Kapital der neuen Gesellschafter wollen Rieder und Carta die Zielkundschaft erweitern. Sales-Due-Dilligence bei M&A-Transaktionen oder Proof-of-Concept beim deutschen Markteintritt interationaler Anbieter – um zumindest zu Beginn auf eigene Country Manager verzichten zu können – sollen weitere Standbeine werden. Als konkreter Schritt soll zunächst intern aber eine Projektleiterebene aufgebaut werden, erklärt die Geschäftsführer, um eine größere Zahl an Projekten stemmen zu können.

Bild: Wendero