Scalable_Capital

Die Scalable-Gründer Stefan Mittnik, Florian Prucker und Erik Podzuweit (von links)

Gerade erst hat eine Nachricht die internationale Fintech-Szene bewegt: Der amerikanische Roboadviser Betterment hat 100 Millionen Dollar erhalten und zählt mittlerweile 150.000 Kunden. Die deutschen Player agieren noch in anderen Größenordnungen. Doch die Gründer von Scalable Capital aus München haben sich hohe Ziele gesetzt: „Das ganze muss groß werden“, sagt Gründer Erik Podzuweit. Einige Monate nach dem Launch nutzen 600 Kunden das automatisierte Anlagetool des Startups.

Die Zeichen stehen bereits auf Expansion: In wenigen Wochen startet der Service in Großbritannien. Andere Länder wie die Schweiz, Skandinavien, Frankreich und Italien schauen sich das Startup gerade an. Für das weitere Wachstum hat sich das Unternehmen nun eine Finanzierung von sieben Millionen Euro gesichert, wie Gründerszene erfuhr.

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Der Altinvestor Holtzbrinck Ventures führt die Runde an, die bisherigen Geldgeber Monk’s Hill Ventures, der Fonds von Match.com-Gründer Peng T. Ong, die German Startups Group und MPGI, der Fonds von Epic-Companies-Gründer Mato Peric, sowie der Cortal-Consors-Gründer Rainer Mauch und Tim Marbach haben nachgelegt. Tengelmann ist als neuer Investor eingestiegen. Im vergangenen Jahr hatte Scalable Capital bereits vier Millionen Euro an Seed-Kapital eingenommen.

Eine Technologie-affine Zielgruppe zwischen 35 und 50 Jahren nutze ihr Angebot, sagte Erik Podzuweit. „Den Leuten musst du nicht erklären, was bei der Bankberatung falsch läuft.“ Das Geld legt der Roboadviser automatisiert in Investmentfonds an, die einen Börsenindex wie den Dax nachbilden. Dadurch erhalten die Anleger den Zugang zu einem breiten Portfolio aus Aktien, Anleihen und anderen Anlagen wie Rohstoffen.

„Bei der Geldanlage setzen wir eine Risikomanagement-Technologie ein, die Privatinvestoren bislang nicht zur Verfügung stand. Wir quantifizieren die Risiken für jedes Portfolio und schichten dynamisch je nach Marktumfeld um, damit die jeweilige Risikovorgabe des Kunden eingehalten wird.“

Erik Podzuweit erklärt die Funktionsweise im Gründerszene-Interview.

Von der Konkurrenz versucht sich das Unternehmen durch eine Erlaubnis der BaFin abzusetzen. Damit darf sich das Startup als regulierter Vermögensverwalter um die Kundengelder kümmern. Auch die britischen Behörden habe eine ähnliche Erlaubnis erteilt.

Podzuweit hat das Unternehmen zusammen mit Florian Prucker und Adam French gegründet. Sie kennen die Branche, die sie umkrempeln wollen – beide haben mehrere Jahre für die Investmentbank Goldman Sachs gearbeitet. Ende 2014 haben sie dann Scalable zusammen mit dem Münchner Finanzprofessor Stefan Mittnik gegründet.

Bild: Scalable Capital