Die CarSpring-Geschäftsführer Peter Baumgart (links) und Maximilian Vollenbroich

Rocket Internet will unser Leben erleichtern. Die Ventures schicken uns Reinigungskräfte, Bio-Lebensmittel oder warmes Mittagessen. Nun will Rocket den Deutschen auch den Verkauf ihres gebrauchten Autos komfortabler machen. Dafür soll das Startup Carspring, das im März zuerst in London gelauncht wurde, in ein bis zwei Monaten auch in Berlin starten. Ein genaues Datum will Rocket Internet noch nicht nennen.

Für die Firmenfabrik ist eine Ankündigung Monate vor dem Start ungewöhnlich. Von dem Company Builder heißt es, man wolle schon jetzt potentielle Käufer und Verkäufer informieren. Bislang können Nutzer auf der deutschen Seite aber nur ihre E-Mail-Adresse hinterlassen. Will Rocket schon jetzt auf Carspring aufmerksam machen, weil kürzlich bekannt wurde, wie viel Geld die Auto1 Group bereits mit dem Gebrauchtwagen-Geschäft verdient? Das Berliner Unternehmen wird mittlerweile mit einer Milliarde US-Dollar bewertet. Im Unterschied zu Carspring verkauft die Auto1 Group die Gebrauchtwagen nicht an Privatpersonen, sondern an Händler. Für beide Unternehmen sind aber Gebrauchtwagen-Besitzer die Zielgruppe.

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Mit dem Slogan „Ein Gebrauchtwagen, der direkt vor Ihre Haustür geliefert wird“ wirbt Carspring für den unkomplizierten Weiterverkauf von gebrauchten Autos. Das Startup verspricht den Verkäufern, ihren Wagen ohne viel Papierkram anhand von 200 Punkten zu checken und schließlich zum Verkauf auf die Webseite zu stellen. Sollte Carspring keinen Käufer finden, verspricht das Startup, das Auto selbst abzukaufen.

Für den Käufer soll das Ganze ebenfalls so bequem wie möglich sein: Carspring liefert das ausgewählte Auto direkt vor die Tür. 14 Tage lang darf der Käufer das Auto mit kostenloser Rückgabegarantie testen. Sollte der Käufer nicht zufrieden sein, kann er das Auto kostenlos wieder abholen lassen.

Das klingt nach einem großzügigen Service. Für Rocket Internet steckt dahinter aber natürlich ein klares Business-Modell: Carspring verkauft die Autos teurer weiter und verdient so Geld. Nach Angaben einer Rocket-Sprecherin will das Startup zuerst mit einer niedrigen Marge in Deutschland starten, um Nutzer zu gewinnen. Die Marge soll aber nach und nach angehoben werden.

Geleitet wird Carspring von den Ex-McKinsey-Beratern Peter Baumgart and Maximilian Vollenbroich. Vollenbroich arbeitet nach Angaben von Rocket Internet mit rund 30 Mitarbeitern in London. Baumgart leitet das zehnköpfige Berliner Team, das vor allem aus Entwicklern besteht.

Kurz nach dem Launch von Carspring in London hatte Rocket Internet im April ein Investment in Höhe von acht Millionen Euro in Dealerdirect, das die Seite IchwillmeinAutoloswerden.de betreibt, bekanntgegeben. Eine Zusammenarbeit zwischen Dealerdirect und Carspring sei aber nicht geplant, heißt es von Rocket.

Bild: Rocket Internet