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Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer

Eine seltene Nachricht: Rocket Internet verringert seine Verluste. Bei den sogenannten „ausgewählten Firmen“ des Portfolios zumindest. In den heute veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal 2016 meldet die Firmenschmiede, dass sich die angepasste Ebitda-Marge dieser Ventures im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 16 Prozentpunkte verbessert hat. Sie liegt nun bei minus 22 Prozent.

Die zwölf ausgewählten Unternehmen – zu denen unter anderem FoodpandaHome24 und die Global Fashion Group gehören – senkten ihre Verluste vor Steuern und Abschreibungen um etwa 40 Millionen auf 141 Millionen Euro. Insgesamt steigerte Rocket seinen Netto-Umsatz bei den Firmen von 398 auf 532 Millionen Euro.

Das Unternehmen Lazada hat Rocket dabei herausgerechnet, da es vor kurzem die Mehrheit an der Firma an Alibaba verkauft hat. Wie Reuters analysiert, erzielte Rocket mit seinen größten Beteiligungen inklusive Lazada im Vorjahreszeitraum noch 590 Millionen Euro an Erlösen – und damit ein Wachstum von 149 Prozent im Vergleich zu 2014.

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Oliver Samwer, CEO von Rocket Internet, gibt sich in einer Mitteilung zufrieden: „Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wesentlichen Beteiligungen von Rocket Internet in den ersten drei Monaten des Jahres entscheidend verbessert haben und auf ihrem Weg in Richtung Profitabilität große Fortschritte machen. Wir sind davon überzeugt, dass diese Unternehmen ihre positive Entwicklung in 2016 fortsetzen werden.“

Trotz der insgesamt verringerten Verluste stiegen die roten Zahlen bei manchen der ausgewählten Ventures weiter. Der Hoffnungsträger HelloFresh verzeichnet zum Beispiel einen Ebitda-Verlust von 27,3 Millionen Euro für das erste Quartal. Im Vorjahreszeitraum lag er noch bei 7,3 Millionen Euro. Gleichzeitig steigerte der Kochboxen-Versender seinen Umsatz für den Zeitraum auf über 140 Millionen – eine Steigerung um 211 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal vergangenen Jahres.

Bei anderen Portfolio-Unternehmen zeigt sich allerdings, dass sich die gedrosselten Ausgaben negativ auf das Wachstum der Firmen auswirken. Das niedrigste Wachstum verzeichnen Home24 (7 Prozent) und Westwing (9 Prozent). Deutliche Umsatzrückgänge weisen außerdem die Online-Händler Jumia (-37 Prozent) und Linio (-51 Prozent) auf. Laut Reuters erklärte Rockets Finanzchef Peter Kimpel das mit Wechselkurseffekten. Samwer sagte außerdem dazu: „Bei Linio werden nun mehrere Optionen geprüft, darunter auch ein Ausstieg aus dem Unternehmen.“

Zuletzt hatte Rocket mit einem großen Abschwung seiner Aktie zu kämpfen. Das Unternehmen hatte seine Global Fashion Group von drei auf eine Milliarde Euro abgewertet, was zu einem Kurssturz von über 20 Prozent führte.

Bild: Rocket Internet