Die Rocket-Chefetage beim Börsengang in Frankfurt: Alexander Kudlich, Oliver Samwer und Peter Kimpel

Wer von Rocket Internet in diesen Tagen Halbjahreszahlen erwartet, wird enttäuscht. Dabei warten die Anleger sehnsüchtig auf gute Nachrichten, wie der absackende Börsenkurs in den vergangenen Wochen deutlich zeigte. Stattdessen gibt es detailliertere Zahlen der wichtigsten Beteiligungen aus dem ersten Quartal (PDF). Zum Berlin Möbelshop Home24 etwa. Der weist beim Nettoumsatz im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ein Wachstum von 128 Prozent aus, rund 60 Millionen Euro standen hier zu Buche.

Der Anstieg ist derweil ein Resultat deutlich höherer Investitionen. So stieg der Verlust gemessen am Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Ab- und Zusschreibungen) auf stattliche 20 Millionen Euro an – im Vorjahresquartal lag dieser bei roten 6 Millionen Euro.

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Beim Münchener „Home & Living“-Shop Westwing stellt sich die Lage ähnlich dar. Einem recht starken Umsatzwachstum von 55 Prozent steht ebenfalls ein recht hoher Anstieg der Investitionen gegenüber. So erhöhte sich der Ebitda-Verlust bei einem Umsatz von 52 Millionen Euro auf nunmehr knapp 19 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge fiel mit 36 Prozent nach 37 Prozent dabei marginal besser aus.

Wer das Muster erahnt: Auch beim lateinamerikanischen Mode-Versender Dafiti, dem größten Mitglied der Global Fashion Group, stand einem Umsatzwachstum von 39 Prozent ein größerer Verlust gegenüber. Bei einem Nettoumsatz von umgerechnet 42 Millionen Dollar stieg der Verlust um 44 Prozent auf knap 19 Millionen Euro an. Die Rocket-Wachstumsmaschinerie läuft – dabei wird sie natürlich auch ordentlich mit (Börsen-) Milliarden befüllt.

Die Quartalszahlen der drei Rocket-Portfoliounternehmen in der Übersicht:

Nettoumsatz Vorjahr Ebitda Vorjahr Ebitda-Marge
Home24  59,8 26,3  -19,9 -5,9  -33,4%
Westwing  51,8 33,3  -18,6 -12,4  -36,0%
Dafiti  42,4 30,4  -18,8 -13,5 -33%

Angaben in Millionen Euro

Bild: Rocket Internet