Rocket Internet arbeitet seit kurzem an einer Beauty-Plattform à la Wahanda – jenem bekannten britischen Portal, auf dem Nutzer Schönheits- und Wellnessbehandlungen buchen können. In einer ersten Finanzierungsrunde bekommt Vaniday, so heißt das neueste Rocket-Venture, nun 15 Millionen Euro. Das Kapital stammt nach Unternehmensangaben von Rocket Internet und weiteren Investoren. Wer diese sind, wird allerdings nicht verraten; im Handelsregister steht eine luxemburgische Holding als Gesellschafter.

15 Millionen Euro in einer ersten Runde – das ist viel Geld. Die hohe Summe ist aber notwendig, wenn Vaniday im Markt der Beauty-Marktplätze noch mitspielen will. Denn die Konkurrenz ist weit: Wahanda operiert seit 2008 und übernimmt fleißig App-Entwickler und Wettbewerber. 2014 kaufte das Unternehmen zum Beispiel das Startup Salonmeister, dieses Jahr übernahm Wahanda außerdem das deutsche Wellness-Portal Treatwell für 34 Millionen Euro.

Vaniday will nun möglichst schnell expandieren, weitere Orte sollen schon in wenigen Wochen dazukommen. Bisher ist das Berliner Startup an sechs Orten aktiv: im brasilianischen São Paulo – dort startete das Unternehmen auch im März seine Geschäfte -, in Mailand, Rom, Paris, London und Dubai. Nach Angaben des Startups gibt es in jeder dieser Städte ein eigenes Büro. Wie viele Mitarbeiter für Vaniday arbeiten, kommuniziert das Unternehmen nicht.

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„Die Beauty- und Wellnessindustrie wird bis 2018 auf schätzungsweise 400 Milliarden Euro weltweit anwachsen. Dennoch ist sie eines der wenigen Segmente, das die Transition von offline nach online noch nicht völlig vollzogen hat“, sagt Maxime Legardez, Gründer und Geschäftsführer von Vaniday. „Das stellt eine enorme Gelegenheit für uns dar.“

Das Startup verzeichnet nach eigenen Angaben Angebote von 1.500 Salons aus den sechs Städten auf seiner Plattform. Doch wie will es sich von der Konkurrenz abheben? „Unsere Mitarbeiter vor Ort besuchen Schönheitssalons, um deren Qualität sicherzustellen“, erklärt Legardez im Gespräch. „Wir suchen die besten Salons heraus und wollen so die beste Customer Experience bieten.“

Außerdem soll den Nutzern eine personalisierte Suche nach Behandlungen und Erlebnissen geboten werden. „Die Plattform ist so designt, dass sie die Entdeckung und den Buchungsprozess der Schönheitsbehandlungen optimiert“, sagt Legardez. „Generische Plattformen können das nicht bieten.“ Doch vergleicht man Vaniday mit Wahanda, unterscheiden sich die Funktionen bisher nicht wesentlich.

Aus dem Handelsregister geht hervor, dass das Startup im Frühling zunächst Belveda Global Services hieß, Geschäftsführer war da noch Bjarke Staun-Olsen, den das Startup Anfang Juni noch als Mitgründer neben Legardez präsentierte. Name und Geschäftsführer sind nun weg, die Gründe kommentiert Vaniday nicht. Seit wenigen Tagen ist Vaniday als neuer Name und Legardez als CEO im Handelsregister eingetragen.

Bild: Vaniday